Unser Weihnachten mit Kleinkind

MONTAG, 17.12.2018 Andrea Huber

Besinnliche Feiertage? Ja, das geht auch mit einem Zweijährigen. Eine Mama erzählt, wie sie mit ihrem Sohn an Weihnachten wieder zum Kind wurde.

Lichterketten, Weihnachtskugeln, Plätzchenduft – Diesmal sollte Weihnachten magisch werden, das hatte ich mir fest vorgenommen. Meine Jungs waren zwei und drei Jahre alt und freuten sich seit Wochen auf das Fest. Klar, vor allem der Große bekam es jetzt so richtig mit. Die Deko in den Geschäften, die Lichter, das Plätzchenbacken und natürlich der Adventskalender. Alles deutete darauf hin, dass da etwas Besonderes vor der Tür stand. Er steckte seinen kleinen Bruder mit seiner täglich wachsenden Begeisterung an. Spätestens als der selbst gebastelte Wunschzettel eines Nachts vom Christkind abgeholt wurde und es dafür zwei Kekse vor der Türe liegen ließ, waren sie im Weihnachtsfieber. Und ich auch.

Ihre pure Begeisterung steckte mich an

Den 24sten verbrachten wir dann bei meinen Eltern. Wir lachten, aßen Plätzchen und warteten gemeinsam auf den Weihnachtsmann. Die Bescherung sollte nachmittags so gegen drei Uhr stattfinden. Für uns Erwachsene schon ziemlich früh, denn bei uns ist es Tradition die Geschenke erst im Dunkeln auszupacken. Für die Kinder war die Wartezeit aber fast nicht auszuhalten. Sie waren so aufgeregt und aufgedreht, dass wir sie nach dem Mittagessen etwas ansehen ließen – Bücher, Spiele, Singen – das alles half nichts mehr. Die Mattscheibe  beruhigte sie zumindest für eine halbe Stunde und verschaffte auch uns eine kleine Pause. Dann schwand aber auch ihr Interesse für weihnachtlich inspiriertes Bewegtbild. Also schnappte ich mir die beiden, und wir stellten uns ans Fenster um nach dem Weihnachtsmann und dem Christkind Ausschau zu halten

Neue Traditionen entstehen

Ja, bei uns werden die Geschenke gemeinsam von Christkind und Weihnachtsmann gebracht. Das haben unsere Jungs für sich so beschlossen und ich sah keinen Grund dafür, ihnen diese süße Vorstellung aus ihren fantasievollen kleinen Köpfchen zu klauen. Wir warteten also am Fenster und die Jungs suchten so angestrengt den Himmel nach Schlittenspuren und Engelsflügeln ab, das es wirklich rührend war. In der Zwischenzeit entzündeten meine Eltern die echten Kerzen am Baum und legten die Geschenke darunter. Als alles fertig war, läutete meine Mutter ein kleines Glöckchen – so wie sie es bereits in meiner Kindheit getan hatte: "Das Christkind war da! Gerade ist es rausgeflogen. Kommt schnell und schaut."

Wir wurden alle wieder Kinder

Als wir das Wohnzimmer betraten, brannten die Kerzen am Baum. Ihr Licht spiegelte sich in den glänzenden Kugeln, es roch nach Wachs, Tee, Glühwein und süßen Köstlichkeiten. Ich werde die Gesichter meiner Kinder nie vergessen, als sie das Alles zum ersten Mal sahen. Das Leuchten in den Augen, das Staunen, die Begeisterung, die offenen Münder … Trotzdem mussten sie noch ein wenig durchhalten, denn wir wollten erst drei Weihnachtslieder mit ihnen singen. Sie schmetterten aus voller Kehle mit, schließlich hatten wir die letzten vier Wochen bei jeder Gelegenheit geübt. Dann hielt auch ich die Spannung nicht mehr aus und die Kleinen durften ihr erstes Geschenk auspacken.

Festlich geht auch mit Kindern

Es war so schön die Kids zu beobachten. Sie freuten sich riesig über die kleine Bohrmaschine und den Sicherheitshelm. Aber auch die Autos, die Cars-Bettwäsche und das Puzzle kamen richtig gut an. Jeder bekam noch ein Kuscheltier und ein wunderschönes Buch. Sie spielten und zeigten, stopften sich zwischendurch ein Plätzchen in den Mund und waren mega aufgedreht. Wir hatten ihnen zugesehen und dabei Glühwein getrunken. Eine dreiviertel Stunde später kuschelten sich die beiden zu Papa auf die Couch, der ihnen ihre neuen Bücher vorlas. Nur fünf Minuten später schliefen beide total erschöpft ein. Nach einer Stunde weckten wir sie. Mit Leuchtstäben machten wir einen Spaziergang durch die Nachbarschaft. Im Dunklen, damit wir die Lichter an den Häusern sehen konnten. Danach gab es ein tolles Abendessen und die beiden durften so lange aufbleiben wie sie wollten. Irgendwann schnarchten beide auf der Couch. Ihre neue Spielsachen um sich herum drapiert. Noch Wochen später verkleideten sie sich als Christkind und spielten Weihnachten nach. Und bald ist es wieder so weit. Ich kann es kaum erwarten.

Unser Weihnachten mit Kleinkind pin

Unsere Autorin erzählt, wie es bei ihr an Weihnachten mit zwei Kleinkindern so abläuft.

MeinSpatz Gezwitscher

Eine Mama aus der Redaktion bastelt mit ihren Kindern jedes Jahr am Vormittag des 24. ein Lebkuchenhaus. Am Nachmittag geht es dann in den Kindergottesdienst. Und schon ist die Zeit rum und es ist endlich Weihnachtsabend.

Andrea Huber

Lebt mit ihren zwei kleinen Kindern und einem großen Kind, das sich ab und zu als Papa tarnt, auf dem Land. Die Jungs-Mama entspannt sich beim Schreiben in der Redaktion, denn zuhause geht es meistens sehr laut, wild und ziemlich lustig zu. Sie motzt gern mal über ihre zwei verrückten Rabauken, aber wehe wenn es ein anderer tut. Dann wird sie zur Löwenmami und brüllt zurück.