Wie viel Bespaßung braucht ein Kleinkind?

DONNERSTAG, 16.11.2017

Muss ich mich permanent mit meinem Kind beschäftigen? Ab wann kann mein Kind alleine spielen?

Kinderpsychologen sind sich schon lange einig: Das Gehirn eines Kleinkinds entwickelt sich besonders gut, wenn es vielfältig angeregt wird. Das heißt aber nicht, dass die lieben Kleinen dauerhaft Reizen ausgesetzt werden sollen. Denn das überfordert deinen Spatz ganz schnell. Kurz gesagt: Kinder müssen nicht dauerbespaßt werden. Und: Eltern sind keine Animateure.

Gemeinsame Zeit ist wichtig und Kinder freuen sich über jede Minute mit Mama. Eine dauerhafte Beschäftigung ist aber nicht nötig. Oft reicht es schon ein Spiel anzustoßen und gemeinsam zu beginnen, das dein Sprössling dann alleine weiterführen kann. Kinder sind gerne mit ihren Eltern zusammen. Setzt dich doch einfach dazu, wenn es z. B. malt. Du musst nicht unbedingt dabei mitmachen.

Eltern sind immer dabei

Hast du dich schon mal auf einem ganz normalen Kinderspielplatz umgesehen? Auf der Rutsche, an den Schaukeln, im Sandkasten – auf dem Gelände tummeln sich meist mindestens genauso viele Erwachsene wie Kleinkinder. Hier wird der Nachwuchs animiert zu rutschen oder auf dem Klettergerüst zu turnen. Dabei können die Kleinen auch ganz gut ohne Eltern spielen. Das ist mitunter sogar besser für die Entwicklung des Selbstbewusstseins. Aufmerksamkeit ist dennoch wichtig, z. B. wenn dein Spatz es das erste Mal geschafft hat das Klettergerüst zu bezwingen. 

Alleine spielen

Kinder können alleine spielen. Sollten sie sogar. Das schult ihre Konzentrationsfähigkeit. Anfangs sind es vielleicht nur zehn Minuten, doch im Laufe der Jahre steigert sich die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Daher ist es wichtig, Kinder, die gedankenversunken spielen, möglichst nicht zu unterbrechen. Ihr Gehirn vollbringt in diesem Moment Höchstleistungen. Alleine spielen heißt aber nicht unbedingt alleine im Kinderzimmer. Das können viele erst ab der Grundschule. Die Nähe zu einer vertrauten Person ist deshalb die Grundlage für das Alleinspiel.

Langeweile ist wichtig!

Kinderfernsehen, Tablet, Lernspielzeug – Ablenkungsmöglichkeiten gibt es eine Menge. Dabei ist es für die Gehirnentwicklung wichtig, auch mal Langeweile aufkommen zu lassen. Nur so kann dein Kind seine Fantasie in Gang setzen und eigene, neue Welten erschaffen.

Wer den Alltag seines Kleinkinds mit Bespaßung durchtaktet, nimmt ihm die Möglichkeit, sich selbst zu beschäftigen und sich zu entfalten. Wenn dein Junior das nicht bereits in jungen Jahren lernt, wird er diese Erfahrung später nur schwer aufholen können.

Muss ich dauernd mit meinem Kleinkind spielen? pin

Wenn Eltern sich als Animateure für ihre Kinder verstehen, läuft etwas schief.

MeinSpatz Gezwitscher

Faktenlage: Ein Kleinkind zwischen einem und drei Jahren kann sich in der Regel 15 bis 30 Minuten selbst beschäftigen, wenn du in der Nähe bist.