Wie viele Weihnachtsgeschenke braucht dein Kind?

SAMSTAG, 08.12.2018 Julia M.

Schenken macht Spaß und ganz besonders viel, wenn es die eigenen Kinder sind. Doch wo hört die Freude auf und wo beginnt die Konsumschlacht - wie viel ist zu viel?

"Eltern sollten altersgerechte Geschenke aussuchen und das richtige Maß einhalten, damit sie die Kinder nicht mit Geschenken überschütten", sagt Dana Urban von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Dein Baby freut sich häufig mehr über das Geschenkpapier und die bunten Schleifen als über das Geschenk an sich. Ist dein kleiner Liebling also noch nicht einmal ein Jahr alt braucht es meistens gar nichts anderes, um ihn oder sie glücklich zu machen. Weil das Schenken aber auch Spaß macht, haben wir hier ein paar sinnvolle Geschenke-Tipps für dein Baby zusammengestellt

Und wie sieht es bei größeren Kindern aus? Kleinkinder die viele Geschenke bekommen, spüren ein ungeheures Glücksgefühl. Doch das ist nur von kurzer Dauer – durch die schiere Masse geht der Wert des einzelnen Geschenks verloren und schnell ist das Verlangen nach noch mehr da. Die Zwerge sind vom Geschenkeberg regelrecht überfordert. Einer Studie der University of Missouri nach neigen Kinder, die über die Maßen beschenkt wurden, als Erwachsene eher zu Glücksspielen, Kaufsucht und Verschuldung. Das ist jetzt natürlich der Extremfall, macht aber deutlich, wie wichtig es ist, dass ihr euch als Eltern zum Thema Geschenke wirklich Gedanken macht. 

Schlecht fürs Selbstwertgefühl 

Kinder haben ein ganz gutes Gespür dafür, wenn Eltern versuchen, über Geschenke fehlende Zeit zu kompensieren. Denn was unsere Kleinen wirklich von uns brauchen ist Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Liebe und Zuneigung. Das weiß auch Psychologe Sean Grover und verrät: Das Wissen, viel zu besitzen, wirke sich sogar eher negativ auf das Selbstwertgefühl von Kindern aus. Es gibt Studien, dass Kinder mit weniger materiellen Besitztümern, aber einer guten Beziehung zu ihren Eltern im Vergleich ein höheres Selbstbewusstsein besitzen. Hast du also schon einmal darüber nachgedacht Zeit zu schenken? In diesem Fall, dir bewusst täglich mehr Zeit für die Kids einzuräumen? Oder einen besonderen Ausflug zu schenken? Trotzdem ist es an Weihnachten natürlich auch wichtig und schön, dass der Herzenswunsch deines Kindes erfüllt wird. Der Herzenswunsch ist aber nicht immer zwangsläufig das, was ganz oben auf dem Wunschzettel steht. Manchmal wird dieser von deinem Nachwuchs gar nicht ausgesprochen. Es können auch Kleinigkeiten sein. Vertrau hier auf dein Gespür! Als Mama bist du absolute Expertin für dein Kind. Horch also lieber einmal mehr hin, was dein Kind beiläufig für Wünsche äußert. Aber natürlich darfst du es auch gerne fragen, was sein größter Wunsch ist.

Was, wenn du den Herzenswunsch dann aber doch nicht getroffen hast?

Enttäuschungen beruhen fast immer auf falschen Erwartungen. Wenn sich also dein Kind ein Pferd wünscht, solltest du nicht die ganze Weihnachtszeit über sagen: "Mal sehen, was der Weihnachtsmann tun kann". Kinder glauben noch daran, dass dieser alles möglich macht. Du solltest hingegen den Wunsch realistisch einordnen und klar sagen, dass dieser nicht erfüllt werden kann. Wenn dein Kind das vorher schon weiß, ist es auch nicht so enttäuscht.

Und was ist mit Oma, Opa, Tante, Onkel?

Scheu dich nicht davor mit den Verwandten zu kommunizieren, wie du es gern haben möchtest. Bleib freundlich und diplomatisch, bedank dich, aber mach klare Ansagen! Wenn Oma und Opa unbedingt ein großes und teures Geschenk machen wollen, dann kannst du immer eine Alternative vorschlagen, die weniger kostet und deinem Kind trotzdem gefällt. Ein hilfreicher Tipp kommt von dem Experten Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind: Er empfiehlt Kinder ihren eigenen Wunschzettel schreiben zu lassen, damit sie über ihre persönlichen Wünsche nachdenken. Kleinkinder können ihren Wunschzettel vielleicht malen, oder ihre Wünsche aus Spielzeugkatalogen reißen oder schneiden und dann aufkleben. Trotzdem musst du als Mama natürlich nicht alle Wünsche erfüllen. Dein Kind lernt so, die Wünsche und Bedürfnisse zu priorisieren. 

Geben und Nehmen

Im Journal of Happiness der Harvard Universität erschien eine Studie, die zeigt, dass Schenken glücklicher macht als beschenkt zu werden. Deinem Kind Großzügigkeit beizubringen ist einer der besten Wege, um es für sein ganzes Leben glücklich zu machen. Denn Kinder, denen nur das Bekommen wertvoll erscheint, werden nachweislich egoistischer und weniger empathisch. Also setzt euch in der Adventszeit doch gemeinsam an den Tisch, packt die Fingerfarben aus und malt oder bastelt ein Bild für Oma und Co., welches dein Kind dann auch überreichen darf.

Wie viel Geschenke zu Weihnachten sind o. K.?

Im Baby- und Kleinkindalter lautet die Devise: weniger ist mehr. Und je einfacher das Geschenk, desto besser. Psychologe Sean Grover empfiehlt eine Zahl an Geschenken festzulegen. Viele Familien schwören zum Beispiel auf die 3-Geschenke-Regel. In Amerika gibt es dazu sogar einen Spruch: "Something they want, something they need and something to read". Ein Herzensgeschenk, etwas Praktisches und ein Buch. In unserer heutigen Welt erscheint das vielleicht regelrecht spartanisch. Aber es führt auch dazu, dass du dir selber mehr Gedanken darüber machst, wie du deinem Kind eine echte Freude bereitest. Und später umgekehrt natürlich auch: Die Kinder überlegen sich welches Spielzeug sie wirklich wollen und schreiben nicht alles auf den Wunschzettel, das sie in der Werbung gesehen und auf den ersten Blick für toll befunden haben. Wenn du religiös bist, gibt es noch einen anderen Hintergrund: Die Heiligen 3 Könige brachten dem Jesuskind schließlich auch 3 Geschenke mit.

Und auch eine 4-Geschenke-Regel existiert, die zusätzlich noch "etwas zu tragen" hinzufügt. Das könnte bei einem Kleinkind so aussehen:

  1. Etwas, das sie wollen: Eine Spielküche
  2. Etwas, das sie brauchen: Bettwäsche mit dem Lieblingshelden
  3. Etwas, das sie tragen: Ein Kostüm (Prinzessin, Feuerwehrmann, Einhorn...)
  4. Etwas, das sie lesen: Ein personalisiertes Bilderbuch

Vier Präsente lassen sich manchmal etwas einfacher auf die Familie aufteilen als drei. Denn die Geschenke-Regeln beziehen sich natürlich auf alle, also auch Großeltern, Tanten und Onkel. 

Generell gibt es aber keine festgelegte Anzahl an Geschenken, die für ein Kind an Weihnachten in Ordnung ist. Das entscheidet jede Familie für sich. Nach Gefühl und Erfahrung. Aber sicher ist: je mehr Präsente unter dem Baum liegen, desto weniger wert ist jedes Einzelne. Da ist nach der ganzen Auspack-Orgie vielleicht sogar das ein oder andere "unwichtige" Geschenk schon wieder in Vergessenheit geraten. 

Unsere Geschenkideen für Dich!

Im Kita- und Kindergartenalter freut sich dein Kind über Spielzeug, mit dem man etwas nachahmen kann, wie ein Kaufladen, eine Verkleidungskiste oder eine Miniatur-Werkstatt. Am Besten sorgst du sogar dafür, dass dein Spatz sofort mit dem Spielerlebnis starten kann. Außerdem ist es immer gut, Dinge zu schenken, mit denen sie neue Talente entdecken können – etwa Musikinstrumente, Sportgeräte oder Spielzeug, das die Kreativität fördert.

  • Tipp 1: Wie wäre es z. B. mit Spaß und Information zu gleich? Das Hörbuch "Zähne putzen, Pipi machen" nimmt deinen kleinen Schatz mit ins Badezimmer. Alleine aufs Töpfchen oder auf die Toilette gehen ist ganz einfach, und auch das Nägelschneiden ist mit einem lustigen Fingerspiel gar nicht schlimm. Mit dem "Bi-Ba-Badewannenboogie" wird Baden zu einem tollen Erlebnis, und beim "Zahnputzlied" machen alle mit. So verliert dein Kind die Scheu vor Seife und Schaum und aus Badetagen werden Lieblingstage!
  • Tipp 2: Ein Fingerabdruck hier und ein paar Striche dort, mehr braucht es nicht: Schon sitzt der Weihnachtsmann in seinem Schlitten, der Baum ist festlich geschmückt und die Geschenke liegen darunter. Mit sieben Stempelfarben, vielen kreativen Ideen zum Stempeln und jede Menge Platz für deine eigenen Weihnachtsbilder kann sich dein Kind im Buch "Fingerstempeln: Weihnachten" kreativ austoben und für dich bleiben sogar tolle, personalisierte Erinnerungen von deinem Liebling.
  • Tipp 3: Und ab geht die wilde Fahrt! Was deinem Kind immer wieder eine riesen Freude bereitet und zusätzlich noch perfekt zur Jahreszeit passt ist ein Schlitten. Wir haben 2 Empfehlungen für dich: Impag – Hörnerschlitten mit Lehne inkl. Fußsack. Dieser Schlitten ist eine gute Wahl zum Schutz deines Kleinkindes, damit es beim Rodeln trotzdem dabei sein kann. Wer es aber etwas günstiger möchte, kann sich den Babys-Dreams – Rodelschlitten mit Winterfußsack einmal anschauen. Ein toller Kinderschlitten zum günstigen Preis!

Wir wünschen dir und deiner Familie viel Spaß beim Verschenken und Beschenktwerden!

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Schon mal etwas von der 3-Geschenke-Regel oder der 4-Geschenke-Regel gehört? Was sich dahinter verbirgt, erfährst du im Artikel.

MeinSpatz Gezwitscher

Eine Kollegin aus der Redaktion hat zuerst bei ihrer Nicht und später bei der eigenen Tochter die Erfahrung gemacht: Vor allem kleine Kinder sind mit zu vielen Geschenken überfordert. Da ist am Heiligen Abend dann schon mal die Stimmung gekippt, weil dieser besondere Tag so viele Eindrücke liefert, die unsere Kleinen erst mal verdauen müssen. Und sind die ersten 3-4 Präsente noch spannend, fängt es ab Geschenk Nr. 5 meistens an regelrecht anstrengend zu werden. Oder der Sprößling ist so verliebt in Präsent 2, dass er sofort damit spielen möchte und gar keine Lust mehr verspürt weiter auszupacken. Das kann für die anwesenden Schenker dann schon mal etwas frustrierend sein. Seitdem versucht sie zumindest selbst immer nur ein oder zwei Dinge zu schenken. Oma und Opa sind da meistens eher beratungsresistent. Sie bringen zwar nur ein verpacktes Geschenk mit, aber darin sind viele kleine enthalten...

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.