Das nervt Schwangere: Ernährungsvorschriften!

MITTWOCH, 20.12.2017

Bloß keinen rohen Fisch, niemals Salami und erst recht keinen Kaffee? Was darf ich in der Schwangerschaft essen und was nicht?

Wahrscheinlich hast du schon 1000 Ratschläge gehört, was du in der Schwangerschaft essen sollst und was nicht. Das kann einem im wahrsten Sinne des Wortes gewaltig auf den Keks gehen. Vor allem, wenn wohlmeinende Mitmenschen regelrechte Vorschriften aufstellen. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, aber sicher nicht nur für werdende Mütter. Woran du aber auf keinen Fall vorbeikommst ist der Fakt:  Keime oder Bakterien, mit denen dein Körper ansonsten ganz locker klarkommt, können für das sich entwickelnde Baby sehr schädlich sein. Deshalb hier mal in Kurzform, was du wirklich wissen solltest. 

Muss ich meine Ernährung umstellen? 

Ein strenger Speiseplan ist nicht notwendig. Wichtig ist, dass du von Anfang an regelmäßig und ausgewogen isst. Lieber fünf kleine als drei große Mahlzeiten. Reiner Irrglaube: Auch, wenn es vielleicht ein schöner Grund wäre mal so richtig zuzuschlagen - du brauchst leider nicht für zwei zu essen. Denn entgegen der häufigen Annahme, Schwangere hätten einen viel höheren Energiebedarf, steigt dieser nur geringfügig an.

Die wichtigsten Nährstoffe für mich und das Baby

Allerdings hat dein Körper einen höheren Bedarf an einzelnen Nährstoffen. Um diesen zu decken, sollten viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf der Speisekarte stehen. Diese Lebensmittel haben eine hohe Nährstoffdichte. Vorgeschnittenen Früchte oder abgepackten Fertigsalate sind allerdings nicht zu empfehlen. Sie könnten mit Keimen belastet sein. Du kannst Gemüse und Obst ohne Bedenken roh essen – vorausgesetzt, dass sie gut gewaschen sind.

Während der Schwangerschaft hat der Körper außerdem einen erhöhten Kalziumbedarf. Diesen kannst du mit Milchprodukten abdecken. Bei allen Produkte aus Rohmilch ist Vorsicht geboten. Meide Weichkäsesorten wie Brie oder Camembert, wenn sie nicht aus pasteurisierter Milch hergestellt wurden. Bei bereits geriebenem Käse aus der Tüte gibt es das gleiche Problem, wie mit den Fertigsalaten.

Jod, Folsäure und Eisen braucht dein Körper jetzt dringend. Der erhöhte Bedarf kann häufig nicht allein durch die Ernährung gedeckt werden. Besprich dich hier mit deinem Frauenarzt, ob es sinnvoll ist mit Tabletten nachzuhelfen.

Was ist tabu? 

Bei Milch- und Eierspeisen achte grundsätzlich darauf, dass du nichts verzehrst, was roh ist. Kein Tiramisu, keine Mayonnaise, kein Softeis. Eine gute Nachricht: Viele Italiener machen ihr Tiramisu wegen der strengen Lebensmittelkontrollen ohne rohes Ei. Einfach mal nachfragen.

Auch bei Fleisch und Fisch gibt es ein paar Dinge zu wissen: Tabu sollten alle Produkte sein, die roh, nur wenig erhitzt oder kaltgeräuchert sind.  Das sind z. B.: Sushi, Tatar, aber auch Salami und Räucherlachs. Auch diese können mit Keimen belastet sein und so zu vorzeitigen Wehen oder sogar einer Fehlgeburt führen. Und wie gefährlich Alkohol in der Schwangerschaft wirklich ist, erfährst du in unserem Artikel zu diesem Thema.

Muss  ich auf meine morgendliche Tasse Kaffee verzichten? 

Apropos Getränke: zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag, sollten es sein. Am besten Wasser und ungesüßte Getränke. Schon gewusst: Chininhaltiges wie Bitter Lemon kann wehenanregend wirken.  Und was ist mit deiner Tasse Kaffee am Morgen? 300 Milligramm Koffein pro Tag sind unbedenklich. Das entspricht ein bis zwei Tassen Kaffee. Interessant: Dein Kind nimmt dabei in der Gebärmutter genauso viel Koffein auf wie du selbst. Manche steigen deshalb erst mal auf die koffeinfreie Variante um.

Das Wichtigste ist, dass es dir während deiner Schwangerschaft gut geht. Hör auf dich und deinen Körper. Der Genuss sollte auf keinen Fall zu kurz kommen!

Ernährunsvorschriften in der Schwangerschaft nerven pin

Ein Apfel ist erlaubt. In einer Schwangerschaft sollte man auf vieles achten, auch auf die Ernährung. Aber manchmal gehen einem diese Vorschriften einfach nur auf den Keks.

MeinSpatz Gezwitscher

Nur der Vollständigkeit halber: Innereien solltest du erst mal vom Speiseplan streichen. Die darin enthaltenen Giftstoffe können sich schädlich auf dein Baby und seine Entwicklung auswirken.