Geburtstermin überschritten: Das kannst du tun

MONTAG, 15.01.2018

Endlich ist es soweit. Der errechnete Geburtstermin ist da. Doch dein Baby lässt auf sich warten. Das kann ganz schön belastend sein …

Die letzten Tage einer Schwangerschaft sind eine aufregende Zeit. Der Geburtstermin rückt näher und die Anspannung und Vorfreude auf den Nachwuchs wird langsam fast unerträglich. Setzen die Wehen dann aber nicht am geplanten Termin ein, nimmt die Unruhe bei werdenden Müttern mit jedem Tag zu. Der Wunsch, selbst etwas zu unternehmen, um eine medikamentöse Einleitung der Geburt zu vermeiden, wächst. Um die Wehen auf sanfte Art und Weise auszulösen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zehn Prozent kommen zum errechneten Geburtstermin zur Welt

Im Normalfall dauert deine Schwangerschaft 40 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin. Sehr oft hält sich das Kind aber nicht an den Plan der Ärzte und kommt entweder früher oder später zur Welt. Nur drei bis vier von 100 Babys werden am geplanten Termin geboren. Jede dritte Schwangere in Deutschland überschreitet das Datum und bei über 90 von 100 Frauen setzen die Wehen spätestens zwei Wochen nach dem Termin von selbst ein. Kommt dein Baby nicht pünktlich, ist das also zunächst kein Grund zur Sorge. Mit verschiedenen Maßnahmen kannst du einer natürlichen Geburt auf die Sprünge helfen.

Sprich mit deiner Hebamme über die Möglichkeiten

Bevor du selbst versuchst, die Geburt einzuleiten, sprich unbedingt mit deiner Hebamme über die verschiedenen Möglichkeiten. Sie kann dir erklären, welche Methode wie wirkt. Manche Maßnahmen eignen sich dazu, die Durchblutung im Beckenbereich anzukurbeln und den Muttermund zu öffnen. Andere wiederrum sorgen dafür, dass dein Kind richtig ins Becken rutscht oder, wenn du bereits leichte Wehen hast, fördern diese weiter. Auch harmlos erscheinende Hausmittel solltest du nicht unterschätzen und nur mit professionellem Rat zu Hilfe nehmen. Es wird dir immer ein besseres Gefühl geben, wenn du nach der Empfehlung einer Expertin handelst als auf eigene Faust.

Mach einen Spaziergang und nimm ein heißes Bad

Viele Frauen setzen auf traditionelle Methoden, um die Geburt auszulösen. Dazu zählen lange Spaziergänge. Durch die aufrechte Bewegung wirkt die Schwerkraft besser und der Kopf deines Babys bekommt Kontakt mit dem Becken. Das kann helfen, die Wehen einzuleiten. Nimm dir am besten eine Begleitung mit, denn es kann jederzeit losgehen. Und überanstrenge dich nicht! Für die notwendige Entspannung sorgt ein heißes Bad. Die Wärme lockert deine Muskeln, besonders wichtig sind dabei die Bauch- und Beckenmuskeln. In dieser gelockerten Umgebung erhält dein Uterus Kraft für Wehen. Lass dir ein etwa 38 Grad warmes Bad ein und gib ein paar Tropfen ätherischer Öle (wie beispielsweise Lavendel) dazu und bleibe zehn Minuten ruhig in der Wanne liegen.

Probiere es mit Akupunktur

Kurz vor der Geburt können Nadeln an den richtigen Stellen helfen, die Geburt in Gang bringen. Das Einstechen und Verweilen der Nadeln im Körper regt deine Durchblutung an, wodurch sich der Muttermund besser öffnen kann. Bitte achte bei Akupunktur darauf, dass du sie von jemandem durchführen lässt, der auch wirklich etwas davon versteht.

Brustwarzenstimulation regt das Wehenhormon Oxytozin an

Sanftes Reiben und Kneten deiner Brustwarzen regt das Hormon Oxytozin an, welches Kontraktionen in der Gebärmutter auslöst und Wehen fördern kann. Eine Studie zeigt, dass bei 39 von 100 Frauen, die ihre Brust stimulierten, die Geburt innerhalb von 72 Stunden einsetzte. Bei Frauen, die ihre Brust nicht stimulierten, setzte sie dagegen nur bei 8 von 100 Frauen innerhalb dieser Zeit ein. Da an der Studie nur 400 Frauen teilnahmen, liefern die Ergebnisse allerdings nur Hinweise, die für diese Theorie sprechen.

Abwarten und Tee trinken

Viele Frauen schwören auf bestimmte Tee-Sorten. Beispielsweise soll der vitaminreiche Himbeerblättertee die Wehen auslösen. Du solltest den Kräutertee aber nicht vor der 37. Schwangerschaftswoche trinken und auch große Menge lieber vermeiden, da er zu Übelkeit und Hautauschlägen führen kann. Außerdem gibt es diverse Schwangerschaftstees, die aus verschiedenen Kräutern und Gewürzen zubereitet werden. Deine Hebamme kann dir ein passendes Rezept und die richtige Dosierung zusammenstellen. Auch dem Weihnachtsgewürz Zimt sagt man eine Wehen auslösende Wirkung nach, da es die Durchblutung in den Beckenorganen anregt. Mit einem Zimttee oder leckeren Zimtsternen unterstützt du deinen Körper auf die Vorbereitung der Geburt. Aber bitte auch hier: in Maßen.

Der im Mutterpass notierte Termin ist nur eine statistische Berechnung, die die Geburt nicht auf den Tag genau erfassen kann. Wenn dein Baby also etwas länger als geplant in deinem Bauch bleiben möchte, ist das allein kein Grund zur Sorge. Die meisten Eltern halten spätestens 14 Tage nach dem Geburtstermin ihr gesundes Kind in den Armen. 

Geburtstermin überschritten pin

Tick, tack: Das Warten aufs Baby kann zur Zerreißprobe werden. Tipps und Tricks was du tun kannst, um das Ganze zu beschleunigen, findest du hier.

MeinSpatz Gezwitscher

Manche Geburtsstationen bieten kostenlose Akupunktur an, damit sich bei der Geburt der Muttermund schneller öffnet. Frag doch mal in der Klinik nach, bei der du dich angemeldet hast! Gynäkologen und Hebammen mit einer Zusatzausbildung dürfen eine Akupunkturbehandlung durchführen. Eine Kollegin aus der Redaktion hatte genau eine Behandlung mit den Nadeln (4 waren geplant) und schon ein paar Tage später war ihr Kind auf der Welt. Ob das jetzt an der Akupunktur lag, man weiß es nicht… Der Muttermund hat sich allerdings nicht wirklich schneller geöffnet, da war eine Behandlung dann wohl doch zu wenig.