Kannst du Dehnungsstreifen wirklich vorbeugen?

FREITAG, 29.03.2019 Julia M.

So what? Fast jede Frau bekommt sie im Laufe ihrer Schwangerschaft: Dehnungsstreifen. Wir verraten dir was du dagegen tun kannst und was nicht.

Meist treten sie am Bauch auf, gerne jedoch auch an den Oberschenkeln, der Hüfte und den Brüsten: Gerade in der Schwangerschaft bekommst du besonders leicht Dehnungsstreifen. Damit bist du nicht allein: Etwa 70 bis 90 Prozent aller Frauen bekommen im Laufe ihrer Schwangerschaft die Risse in der Unterhaut, da sie in diesen 9 Monaten besonders stark beansprucht und gedehnt wird. Ob du Dehnungsstreifen bekommst bestimmen allerdings auch deine Gene und die Beschaffenheit deines Bindegewebes. Davon hängt mitunter ab, wie stark sie auftreten. Sind die Streifen einmal da, verschwinden sie leider nicht mehr, werden aber mit der Zeit immerhin ein wenig blasser. Letztlich sind die Dehnungsstreifen ein rein kosmetisches Übel. Immer mehr Frauen freunden sich damit an, dass sie nun mal zum Frausein und Muttersein dazugehören. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, mit denen du das Auftreten von Dehnungsstreifen zwar nicht ganz verhinderst, aber ihr Erscheinungsbild deutlich milderst.

Diese Frauen bekommen am ehesten Dehnungsstreifen

Besondere Risikogruppe für Dehnungsstreifen sind einer französischen Studie zufolge übrigens junge Frauen, da deren Haut über weniger stabiles Kollagen verfügt. Auch bist du eher anfällig, wenn bereits deine Mama oder deine Großmutter Dehnungsstreifen hatten. Sollte dein Baby besonders schwer sein bei seiner Geburt oder du erwartest vielleicht Zwillinge, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du Dehnungsstreifen bekommst. Frauen hingegen, die vor und während der Schwangerschaft ein eher geringeres Gewicht haben, neigen weniger dazu.

Cremen und Ölen – am besten zweimal am Tag

Während der Schwangerschaft wird deine Haut besonders beansprucht und neigt zu Trockenheit. Es ist jetzt für dich besonders wichtig, rückfettende Cremes und Öle zu benutzen, um unangenehme Spannungsgefühle und Juckreiz zu verhindern. Der Studie zufolge ist es besonders empfehlenswert, die Stellen, an denen die Dehnungsstreifen besonders häufig auftreten, zweimal täglich mit Feuchtigkeit zu versorgen. Es gibt spezielle Öle aus der Apotheke oder im Drogeriemarkt, allerdings hilft ein herkömmliches naturbelassenes Öl genauso gut. Besonders eignen sich kaltgepresstes Rizinus-, Mandel-, und Calendulaöl. Da dein Geruchssinn während der Schwangerschaft sensibler reagiert, solltest du vorher die Düfte testen.  

Massagen für die Haut

Öle haben den großen Vorteil, dass du mit ihnen deine Haut besonders gut massieren kannst. Eine Zupfmassage, bei der du ganz sanft mit Zeigefinger und Daumen an deiner Haut zupfst, fördert die Durchblutung und steigert damit die Hautelastizität. Hier gilt: Je früher du damit anfängst, desto besser, da du deine Haut so auf die Anstrengungen der kommenden Monate vorbereitest.

Heiß und Kalt: Wechselduschen

Sie sind eher ungemütlich, dafür aber ungemein wirksam: Wechselduschen. So stärkst du dein Immunsystem und tust tatsächlich etwas gegen Dehnungsstreifen, da die Haut kräftig durchblutet wird. Guter Nebeneffekt: Viele Schwangere haben in den ersten Wochen mit einem schwachen Kreislauf zu kämpfen – Wechselduschen kurbeln ihn an.

Gönn dir ausreichende Bewegung

Um der Bildung von Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen ist die ausreichende Bewegung besonders wichtig: Spaziergänge oder sanfter Sport wie etwa Schwangerschaftsyoga halten dich fit. Besonders zu empfehlen ist Schwimmen, da dabei die Gelenke nicht belastet werden und vor allem dein Rücken entlastet wird.

Achte auf dein Gewicht. Denn gerade eine schnelle Gewichtszunahme führt dazu, dass die Haut nicht genügend Zeit hat, sich an die Volumenzunahme anzupassen. Zucker und Fleisch sind sogenannte Säurebilder – isst du weniger davon, führt das zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt und der ist gut für deine Haut. Natürlich darfst du dir ab und an auch Soulfood gönnen. Aber sowohl du als auch dein Baby profitieren von gesunder Ernährung mit viel Vitaminen und vollwertigen Ballaststoffen.

Diese Vitamine helfen deinem Gewebe

Mit deiner Ernährung hast du die Möglichkeit, positiv auf dein Bindegewebe einzuwirken. Besonders gut soll Vitamin E gegen Dehnungsstreifen helfen. Aber auch Eiweiße und Vitamin C helfen dem Gewebe, sich schneller zu regenerieren. Außerdem ist es wichtig, dass du genügend trinkst. 2 - 3 Liter Wasser am Tag helfen deiner Haut, ihren Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren und sie bleibt elastisch – Dehnungsstreifen haben dann deutlich schlechtere Chancen.

Du kannst also einiges tun, um deiner Haut zu helfen und Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Das wichtigste ist aber, dass du, ob mit oder ohne Streifen, stolz auf deinen Körper bist. Denn der leistet gerade Schwerstarbeit. Was sind da schon ein paar Streifen im Tausch für dein Baby?

Ein tolles Beispiel, wie man mit einem "gezeichneten" Körper umgeht, egal ob Cellulite oder Dehnungsstreifen, ist Sarah Nicole Landry. Ihr Instagram-Account strotzt nur so vor Body-Positivity. Damit macht sie sich und anderen Mut, den eigenen Körper anzunehmen und stolz auf dessen Makel zu sein. Bewundernswert!

Kannst du Dehnungsstreifen wirklich vorbeugen? pin

Hilft cremen wirklich vorbeugend gegen Dehnungsstreifen?

MeinSpatz Gezwitscher

Auch dein Mann kann das tägliche Ölen und Cremen übernehmen, zum Beispiel abends auf der Couch. Du legst die Füße hoch und lässt dich ein wenig verwöhnen, während dein Partner deinen Bauch mit Pflege versorgt. Gerade zum Ende des zweiten Trimesters, reagieren die Babys im Bauch mit kleinen Tritten und Bewegungen auf die Streicheleinheiten. So nimmt der werdende Papa ganz einfach Kontakt auf.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.