Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Was kann ich tun?

FREITAG, 19.07.2019 Lotte L.

Viele Schwangere leiden besonders im ersten Trimester unter Kopfschmerzen. Hier erfährst du alles Wichtige rund um die Beschwerden: woher sie kommen, wie lange sie üblicherweise dauern, und was man gegen sie tun kann.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind nichts Außergewöhnliches, besonders in den ersten 12 Wochen nach der Empfängnis. Doch gerade in dieser Zeit sollte man auf die Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten verzichten, da sie beim Fötus im Mutterleib zu besonders schweren Beeinträchtigungen führen können. In diesem Artikel klären wir auf über potentielle Ursachen von Kopfschmerzen, ihre übliche Dauer und über natürliche Maßnahmen, die gegen die Schmerzen helfen.

Etwas Wichtiges vorweg: Kopfschmerzen kommen in der Schwangerschaft relativ häufig vor und sind kein Grund zur Sorge und Beunruhigung. Meistens liegen ihnen ganz harmlose Ursachen zugrunde.

Was sind mögliche Ursachen für Kopfschmerzen bei Schwangeren?

  • Als eine der Hauptursachen für Kopfschmerzen wird häufig die Umstellung der Hormone während der Schwangerschaft genannt, besonders des Östrogenhaushalts.
  • Eine Schwangerschaft geht natürlich auch mit einer Umstellung und größere Belastung des gesamten Kreislaufes der Mutter einher, was mit Kopfschmerzen in Zusammenhang gebracht wird.
  • Der plötzliche Verzicht auf Genussmittel, besonders Koffein (evtl. auch Nikotin), kann zu Entzugserscheinungen (Kopfweh) führen.
  • Viele Schwangere schlafen aufgrund der körperlichen Veränderungen (z.B. Bauchumfang, vermehrter Harndrang) schlecht. Schlafmangel und Müdigkeit können migräneähnliche Beschwerden begünstigen.
  • Während der Schwangerschaft hat der Körper einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf, besonders, wenn man sich häufig übergeben muss. Flüssigkeitsmangel verringert die Sauerstoffversorgung der Zellen, was Kopfschmerzen bedingen kann.
  • Während der Schwangerschaft müssen viele Dinge für das neue Familienmitglied geplant und vorbereitet werden. Dazu kommen möglicherweise Sorgen um die Gesundheit des Babys, die finanzielle Versorgung, berufliche Zukunft etc. Kopfweh durch Stress und Überlastung kann die Folge sein.
  • Ist die Ernährung ungesund oder nicht ausgewogen genug, kann es in der Folge zu verschiedenen Mangelerscheinungen kommen, z.B. Eisenmangel. Auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel durch unzureichendes/unregelmäßiges Essen kann Beschwerden verursachen.
  • Die vielen körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft, besonders die Gewichtszunahme, können sich negativ auf die Körperhaltung auswirken und Verspannungen, besonders im Schulter- und Nackenbereich und Spannungskopfschmerz hervorrufen.
  • Als weitere mögliche Ursachen von Kopfweh werden niedriger Blutdruck oder Bluthochdruck, Bewegungs- und Sauerstoffmangel und Entzündungen der Nasenschleimhaut oder Nebenhöhlen diskutiert.

Wie lange dauern Kopfschmerzen in der Schwangerschaft normalerweise an?

Eine erfreuliche Nachricht: Nach den ersten drei Monaten der Schwangerschaft lassen Kopfschmerzen in der Regel nach oder verschwinden vollkommen. Als Grund wird vermutet, dass sich im zweiten Trimester der Hormonhaushalt der Schwangeren stabilisiert.

Was kann ich gegen die Kopfschmerzen tun?

Gerade in der Frühschwangerschaft wird von der Einnahme von Medikamenten abgeraten. Doch Tabletten sind oft gar nicht nötig, da man Kopfschmerzen auch durch ganz natürliche Methoden und Hausmittel lindern kann.

  1. Viel trinken: Bei den ersten Anzeichen von Schmerzen trinkst du am besten sofort ein großes Glas Wasser, Schorle oder ungesüßten Tees. Im Idealfall sollten Schwangere 2 bis 3 Liter täglich trinken.
  2. Kaltes Wasser: Eine kalte Dusche oder eine Wechseldusche mit kaltem oder warmem Wasser erweitert die Blutgefäße und fördert die Durchblutung, was Kopfschmerzen vertreiben kann.
  3. Wärme: Auch Wärme kann Kopfschmerzen lindern, z.B. ein warmes Fußbad, das Auflegen eines Kirschkernkissens, einer Wärmflasche oder die Bestrahlung mit einer Rotlichtlampe.
  4. Kompressen: Eine kalte Kompresse (z.B. einen Waschlappen) auf die Stirn, die Schläfen oder in den Nacken zu legen, gilt als Klassiker unter den Maßnahmen gegen Kopfschmerzen.
  5. Regelmäßige/ausreichende Ernährung: Kleine, aber regelmäßige Mahlzeiten können Abhilfe gegen einen zu niedrigen Blutzuckergehalt schaffen. Am besten hast du unterwegs immer ein paar kleine gesunde Snacks dabei (z.B. Früchte, Müsliriegel). Sobald du Kopfschmerzen verspürst, nimm sofort eine Kleinigkeit zu dir.
  6. Gesunde Ernährung: Ernähre dich möglichst mit Lebensmitteln, die viel Eisen (z.B. Kürbiskerne, Sesam), Magnesium (z.B. Vollkornprodukte, Haferflocken) und Ballaststoffe (z.B. Gemüse, Obst) enthalten, um Mangelerscheinungen entgegenzuwirken.
  7. Ätherische Öle (z.B. Pfefferminz): Stark verdünnt in die Schläfen oder die Stirn einmassiert können sie für Entspannung sorgen. Am besten besprichst du die Wahl des Öls mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt, da nicht alle ätherischen Öle gleichermaßen geeignet sind.
  8. Verdunkelung, Ruhe: Manchmal hilft es, wenn du dich in einen dunklen und ruhigen Raum zurückziehst, da man bei Schmerzen oft besonders licht- und geräuschempfindlich ist. Wichtig ist dabei, weiterhin für Frischluftzufuhr zu sorgen.
  9. Reduzieren von Stress und Überanstrengung: Wenn irgendwie möglich, solltest du Situationen meiden, die besonders mit Aufregung und Anstrengung verbunden sind. Versuche auf die Signale deines Körpers zu hören. Am besten informierst du auch dein Umfeld, damit man dich entsprechend entlasten und unterstützen kann.
  10. Bewegung: Leichter Sport kann die Beschwerden lindern. Besonders eignen sich entspannende Sportarten wie Yoga und Schwimmen. Auch Spaziergänge an der frischen Luft können guttun.
  11. Regelmäßige Pausen: Versuche, regelmäßige Schlafzeiten einzuhalten und erlaube dir ausreichend Pausen, besonders auch bei der Arbeit. Bisweilen kann schon ein kurzes Schläfchen zu Besserung führen.
  12. Massage: eine leichte Massage des Kopfes, Nackens und der Schultern kann gegen Verspannungen helfen. Vielleicht kann dich dein Partner, eine Freundin oder auch ein professioneller Physiotherapeut massieren.
  13. Akupunktur, Akupressur: Eine Reihe von Hebammen und Ärzte bieten Akupunktur an, die als effektiv bei Kopfschmerzen gelten. Am besten lässt du dich beraten.
  14. Entspannungsmethoden, z.B. Muskelentspannung, autogenes Training: Sie können in der Volkshochschule gelernt werden, aber auch manche Ärzte, Psychologen oder Hebammen bieten Kurse an.

Welche Medikamente darf ich nehmen?

Grundsätzlich gilt: Bei der Einnahme von Medikamenten ist in der Schwangerschaft besondere Vorsicht geboten. Auf keinen Fall solltest du zu deinen üblichen Medikamenten gegen Kopfschmerzen greifen, auch nicht zu rezeptfreien Präparaten. Denn die Schmerzmittel können die gesunde Entwicklung deines Kindes erheblich beeinträchtigen. Kopfschmerzen sollte man immer zuerst mit nichtmedikamentösen und natürlichen Mitteln bekämpfen. Meistens ist der Rückgriff auf ein Medikament dann gar nicht erforderlich.

In den seltenen Fällen, in denen Kopfschmerz medikamentös behandelt werden muss, ist es ganz wichtig, dass du alle Maßnahmen ganz genau mit deinem Arzt absprichst. Welches Schmerzmittel für dich geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche du bist. Es ist möglich, dass dein Arzt dir Paracetamol empfiehlt. Denn obwohl der Einsatz Paracetamol unter Experten kontrovers diskutiert wird, empfiehlt Embryotox, das landesweit größte Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Paracetamol als Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft. Zugleich warnt das Institut vor einer unkritischen Einnahme, da auch die Unbedenklichkeit von Paracetamol nicht mit vollkommener Sicherheit nachgewiesen ist.

Sind die Kopfschmerzen besonders stark, treten plötzlich auf, gehen mit Erbrechen, Sehstörungen, Übelkeit oder Schwindel einher, gehe bitte auf jeden Fall umgehend zum Arzt. Er kann abklären, ob du an einer ernsthaften schwangerschaftsbedingten Erkrankung leidest.

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Kopfschmerzen können für Schwangere sehr unangenehm sein. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Methoden, die die Beschwerden auf natürliche Weise lindern können.

MeinSpatz Gezwitscher

In diesem Artikel erfährst du mehr darüber, was man bei der Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft beachten sollte.

Lotte L.

Lebt mit ihrem einheimischen Mann und zwei kleinen Moglis im Norden Thailands. Die berufstätige Mama fühlt sich in ihrer Wahlheimat meistens rundum wohl. Ihre beiden Jungs sind für Lotte zwar auch Ursache chronischen Durcheinanders, von Dauererschöpfung, Schmierfingern am Kostüm und gelegentlichen Identitätskrisen, vor allem aber sind sie Sinn allen Daseins, Quelle unendlichen Glücks und bedingungsloser Liebe.