Lieber einen zweiten Vornamen zur Sicherheit?

FREITAG, 22.02.2019 Julia M.

Die Namenswahl wird das ganze Leben deines Kindes prägen. Eine werdende Mami berichtet über die Tücken und klischeehaften Denkmuster, die ihr auf der Namenssuche begegnet sind.

Jetzt, wo der Mutterschutz endlich begonnen hat, komme ich endlich dazu, Nestbau zu betreiben. Doch neben dem Kinderzimmer und den Erstlingsklamotten muss eine viel wichtigere Überlegung gemacht werden. Ein passender Vorname muss her! Und der soll unseren Sohn gut durch sein ganzes Leben begleiten. Doch was, wenn dem Kind der Vorname gar nicht gefällt? Brauchen wir da irgendeine Art Ersatz? Einen zweiten Namen?

Auf der Suche nach dem perfekten Namen

Meine Recherche bringt mich auf die Babygalerie unserer Geburtsklinik. Da schlafen Aaron, Jonas und Fabian selig in ihren Bettchen. Süß, so ein Fabian. Diesen Namen haben wir auch auf unserer Liste. Aber will ein erwachsener Mann auch noch Fabian heißen? Laut Namenslexikon bedeutet Fabian "der Edle" bzw. "die Bohne" … Öhm, Bohne?? Die edle Bohne? Da überlege ich lieber noch einmal. Auf unserer Liste finde ich noch Max, Konstantin und Luca. Mein Favorit aber ist Johann. Das findet mein Mann wiederum zu "lahm", wie er sagt. Ein Jungenname soll kraftvoll sein, sagt er. Es ist verzwickt. Der Name soll mir und meinem Mann gefallen. Dem Kind aber auch. Und was wird die Verwandtschaft zur Namenswahl sagen?

Namenstraditionen in der Familie

Meine Schwiegermutter hatte da zuletzt solche Andeutungen gemacht. In ihrer Familie würde seit Generationen der Name des Großvaters weitergegeben werden. In unserem Fall also "Dieter". Den Namen hat mein Mann als zweiten Namen in seinem Pass stehen. Das begeistert mich nun nicht wirklich. Christoph Dieter? Konstantin Dieter? Das ist doch kein guter, kraftvoller Name! Und was hat das Kind davon, wie sein Opa zu heißen?! Am Ende mögen sie sich nicht mal. Aber ernte ich dann enttäuschte Blicke meiner eigentlich netten Schwiegermutter, wenn ich mich über die Tradition hinwegsetze? Schließlich muss mein Kind mit dem Namen sein Leben lang rumlaufen. 

Der richtige Name zum Wesen des Kindes

Der Vorname soll ja irgendwie auch zur Persönlichkeit des Kindes passen, oder? Ein kraftvoller Max, ein witziger Konstantin oder doch ein sensibler Johann?! Klingt ein Lukas oder Tom sportlicher als ein Maurice oder Leander? Ich finde es schwierig, meinem Kind den besten Namen zu geben, wenn ich noch gar nicht weiß, wie es so tickt. Am einfachsten wäre es wahrscheinlich, dem Jungen mehrere Namen zu geben. Nur für den Fall, dass Johann sich nicht wie ein Johann, sondern doch eher wie ein Max fühlt. Vielleicht fühlt er sich aber auch wie ein … Dieter?!

Theorie und Praxis

Ich lese mir also etwas theoretisches Wissen an. Die Stadtverwaltung schreibt auf ihrer Website zur Vornamenssortierung Folgendes: "… können Sie seit 01.11.2018 die Reihenfolge Ihrer Vornamen ändern. Mit der Sortierung können Sie dafür sorgen, dass Ihr Rufname an die erste Stelle rückt." Lediglich eine Beglaubigung wäre nötig. Das klingt machbar und praktisch.

Abwarten und bei sich bleiben

Mein Mann findet die Idee mit der Back-up-Namen gar nicht so schlecht. Aber die Bürde des Dieters will er seinem Sohn nicht aufbinden. Also ignorieren wir mal den Hinweis der zukünftigen Oma und einigen uns auf folgende Konstellationen: Johann Maximilian und Konstantin Luca. Soll doch der Junge entscheiden, wie er genannt werden will. Aber es sind ja noch ein paar Wochen hin. Und wer weiß?! Vielleicht sieht er doch aus wie ein Ben Felix …

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MeinSpatz Gezwitscher

Ein internationaler Name, etwas mit Bindestrich oder lieber doch ganz traditionell? Die Mamis und Bloggerinnen Saskia und Jana plaudern in der MeinSpatz-Video-Serie Nestgeflüster über die Qual der Namenswahl.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.