„Mir ist sooo schlecht“ – Übelkeit in der Schwangerschaft

FREITAG, 06.07.2018

Schwanger sein ist toll. Wenn da nicht diese fiese Übelkeit wäre, die einen Tag für Tag überfällt.

Die ersten Schwangerschaftswochen mit meiner Tochter verliefen bilderbuchmäßig. Morgenübelkeit inklusive. Und es war genauso, wie es mir meine Frauenärztin, meine Mutter und so manche Freundin prophezeit hatten: Nach 14 Wochen war es von heute auf morgen wieder vorbei. Dieses fiese Gefühl im Magen. Trotzdem: Nochmal brauche ich das nicht.

Es ist wieder soweit …

Wenn am Morgen der Wecker klingelte, wusste ich nach ein paar Tagen schon: Gleich geht’s wieder los. Ich spürte bereits, wie es in meinem Magen zu grummeln anfing. Jetzt ganz langsam aufstehen, nur keine unvorsichtige Bewegung, und … wieder einmal hing ich über der Kloschüssel. Wie jeden Tag. Nach ein paar Minuten fühlte ich mich zumindest wieder in der Lage mich aufzurichten und vorsichtig meine Morgentoilette in Angriff zu nehmen.

Haltung bewahren

Ich weiß nicht wie, aber ich schaffte es dann doch, mich ins Büro zu schleppen, und dort so zu tun, als ob alles in bester Ordnung wäre. Schließlich wusste ja noch keiner, dass ich schwanger war. Ganz schön schwierig, wenn man ausgerechnet dem Kollegen gegenübersitzt, der für sein Leben gerne Hähnchen isst. Und das zwei- bis dreimal in der Woche. Dieser Geruch trieb mich wieder direkt in Richtung Toilette.

Ich war unfassbar froh, als endlich die ersten kritischen 12 Schwangerschaftswochen vorbei waren, und ich es offiziell machen konnte, dass ich Nachwuchs erwarte. Ab diesem Zeitpunkt aß der Kollege sein Hähnchen nicht mehr am Platz und brachte das Tier auch nicht mehr an den Schreibtisch. Was für eine Wohltat. Weitere zwei Wochen später war der Spuk dann wirklich endgültig vorbei, und ich konnte meine Schwangerschaft in vollen Zügen genießen.

Das hat mir geholfen

In der Anfangszeit lernte ich, meine Schwangerschaftsübelkeit zumindest ansatzweise in den Griff zu bekommen. So füllte ich in meinen Thermosbecher für den Weg ins Büro statt Kaffee einfach warmes Ingwerwasser. Das half mir über so manchen kritischen Moment hinweg – denn gerade in Bus und Bahn kam es mir wegen dieser teilweise echt üblen Gerüche hoch. Außerdem stellte ich mir am Abend einen Teller mit einem trockenen Brot auf den Nachttisch, von dem ich gleich nach dem Aufwachen einen Bissen nahm und konzentriert kaute. Ganz ohne Übelkeit kam ich so zwar nicht durch die ersten Wochen, aber es hat auf jeden Fall ein wenig geholfen. Und natürlich die Aussicht, dass ich all das für einen guten Zweck auf mich genommen habe: Für das kleine Wunder in meinem Bauch.

„Mir ist sooo schlecht“ – Übelkeit in der Schwangerschaft pin

Besonders am Anfang der Schwangerschaft plagt viele Frauen regelmäßige Übelkeit – und das nicht nur am Morgen. Wie sich das anfühlt, berichtet unsere Autorin in diesem Erfahrungsbericht.

MeinSpatz Gezwitscher

Die extreme Schwangerschaftsübelkeit Hyperemesis gravidarum, bei der sich Frauen bis zu 50-mal am Tag übergeben müssen, trifft übrigens etwa nur ein Prozent aller Schwangeren. Prominenteste Vertreterin hierfür ist mit Sicherheit Herzogin Kate. Hier helfen auch keine Tricks wie Ingwer oder Mandeln: Solltest du daran leiden – begib dich unbedingt in Behandlung.