Neuer Trend: Kinesiotape in der Schwangerschaft

DIENSTAG, 06.02.2018

Der Bauch wächst und zieht nach vorne. Da werden Muskeln und Wirbelsäule ordentlich beansprucht. Aber nicht nur gegen diese Schmerzen hilft Kinesiotape.

Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper sichtbar und – für die Mamas – auch spürbar. Ein wachsender Bauch bringt statische Veränderungen mit sich, die nicht selten zu einer Überbelastung der Muskulatur führen. Das zusätzliche Gewicht drückt auf die Gelenke, und Schwangerschaftshormone lockern die Muskulatur und das Bindegewebe.

Rückenprobleme bei Schwangeren: Das hilft

Kein Wunder also, dass Probleme in der Lendenwirbelregion und Ischiasschmerzen bei Schwangeren zum Alltag gehören. Bestimmte Schmerzmittel dürfen zwar eingenommen werden, sind für viele werdende Mamas aber tabu. Kinesiotaping ist eine Option. „Da diese Methode medikamentenfrei ist, kann sie auch als hilfreiche Unterstützung in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Das Tapen entlastet die Bauchmuskulatur, die Rückenmuskulatur und den gesamten Stützapparat. Das Taping unterstützt die Bänder und hilft bei Ödemen zur Entstauung“, beschreibt Hebamme Meike Pauls die Vorteile des Kinesiotapes auf ihrer Website. Bei dieser Therapie-Form werden elastische Bänder, mehr oder weniger stark gedehnt, auf die Haut geklebt. Dabei bleibt das Tape elastisch und flexibel.

Wie wirkt Kinesiotape?

Kinesiotaping entfaltet seine Wirkung erst bei Bewegung. Die geklebten bunten Streifen massieren die direkt darunterliegenden Gewebeschichten. Dabei folgen sie im Normalfall den Muskelstrukturen, Bändern und Nervensträngen. So werden etwa Lymphfluss, Gelenk- und Muskelfunktionen stimuliert, sowie Nervenzellen und Schmerzrezeptoren beeinflusst. All das regt zusätzlich die Durchblutung im betroffenen Bereich an. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Wirkung, dennoch schwören vor allem Sportler seit Jahren auf die rasche und nachhaltige Wirkung der Behandlung. Bei Schwangerschaftsbeschwerden liegen die Tapes erst seit kurzem im Trend. Der Ursprung der Klebebänder geht aber bis in die 1970er Jahre zurück. Der japanischen Arzt und Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase gilt als Erfinder des Kinesiotaping. Er wendete seine auf der Kinesiologie basierende Methode zuerst bei Sumo-Ringern an.

Was kann Taping?

Meike Pauls behandelt Mamis, die mit Schmerzen zu ihr kommen, gerne mit Kinesiotape: „In der Schwangerschaft ist es eine sehr effektive Methode den Bauch anzuheben und damit zu unterstützen, so dass er bisweilen sogar als „leichter“ beschrieben wurde.“ Zusätzlich wird durch eine bessere Durchblutung im Bereich der Tapes die gespannte Haut rund um den wachsenden Bauch unterstützt. Auch Rückenschmerzen an der Lendenwirbelsäule oder im Ischiasbereich können durch Taping gelindert werden. Die bunten Klebestreifen aus Baumwollgewebe werden aufgrund des Acrylatklebers selbst bei einer Pflasterallergie gut vertragen, trotz Tape kann die Haut atmen. Sie können bis zu zehn Tagen auf der Haut bleiben, Duschen, Baden, Sauna und sogar eine Massage sind kein Problem. Physiotherapeuten aber auch viele Hebammen bieten die Behandlung an.

Wann darf die Behandlung nicht angewendet werden?

Im ersten Trimester, bei Risikoschwangeren, hartem Bauch oder vorzeitigen Wehen verzichten die Spezialisten vorsichtshalber auf die Behandlung. Zudem gilt es immer als begleitende Therapiemaßnahme und ersetzt keinen Arztbesuch.

Kinesiotaping kann eine sanfte Methode sein, Beschwerden in der Schwangerschaft zu lindern. Besonders, da die Medikamenteneinnahme in dieser Zeit sehr eingeschränkt ist. Garantie gibt es allerdings keine, dass es auch funktioniert. Einen Versuch ist es jedoch wert. Aber bitte keine Selbstexperimente! Frag doch einfach bei deiner Hebamme nach, ob sie die notwendige Zusatzausbildung hat. Vielleicht kann sie dir auch einen ausgebildeten Physiotherapeuten oder Heilpraktiker empfehlen.

Neuer Trend: Kinesiotape in der Schwangerschaft

Was hat es eigentlich auf sich, mit diesen bunten Bändern? Und: Lindert Kinesiotape in der Schwangerschaft wirklich Beschwerden?

MeinSpatz Gezwitscher

Die Kosten der Behandlung werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie gilt als Alternative Heilmethode. Privatversicherte haben manchmal Glück. Je nach Größe der Behandlung und Dauer kostet eine Sitzung zwischen 5 und 25 Euro. Die Materialkosten kommen noch obendrauf.

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