Ratgeber: Alles zum Elterngeld

FREITAG, 28.12.2018 Andrea Huber

Antrag, Höhe und Dauer: Wir beantworten alle Fragen zum Elterngeld und helfen dir, dich im Bürokratie-Dschungel zurecht zu finden.

Das Baby ist noch nicht da, da machst du dir schon Gedanken über die Zeit nach der Geburt: Willst du wieder arbeiten? Und wenn ja, wie viel? Damit solche Entscheidungen nicht nur aus finanziellen Gründen getroffen werden, gibt es das Elterngeld. Damit unterstützt der Staat dich und den Vater deines Kindes mit einer monatlichen Summe, damit ihr in Ruhe von der Arbeit pausieren und euch um euren Spatz kümmern könnt. Doch wie kann man das Geld beantragen und welche verschiedenen Modelle gibt es? Hier findest du alle Antworten auf deine Fragen rund ums Thema Elterngeld.

Was sind die Vorrausetzungen für’s Elterngeld?

Für das Elterngeld, kommt es nicht darauf an, ob oder wie du vor der Geburt deines Babys gearbeitet hast. Du kannst es beantragen, egal ob du zuvor angestellt, selbstständig oder arbeitslos warst. Wichtig ist nur, dass du in der Zeit, in der du Elterngeld bekommst, gar nicht oder zumindest nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeitest. In den allermeisten Fällen macht es deshalb Sinn, das Elterngeld mit der Elternzeit zu kombinieren.

Wie viel Elterngeld bekomme ich?

Wie viel du und der Vater des Kindes jeweils bekommen, hängt davon ab, wie viel ihr vor der Geburt verdient habt. Denn das Elterngeld orientiert sich an eurem vorherigen Nettoeinkommen und daran, wie viel ihr nach der Geburt durch eure Elternauszeit weniger verdient. Eltern mit höherem Verdienst erhalten 65 Prozent, Eltern mit niedrigerem Verdienst bis zu 100 Prozent dieser Einkommensdifferenz. Allerdings gibt es Mindest- und Höchstsätze. Das heißt, dir stehen in jedem Fall 300 Euro monatlich zu, auch wenn du zum Beispiel vor der Geburt nicht gearbeitet hast. Maximal bekommst du pro Monat 1800 Euro Elterngeld. Einen Bonus von 10 Prozent gibt es für kleine Geschwisterkinder und bei Mehrlingsgeburten wird ein Zuschlag von 300 Euro für jedes weitere Neugeborene bezahlt. Auf dem Familienportal des Bundes findest du einen Elterngeldrechner und kannst genau ausrechnen, wie viel Unterstützung du bekommst.

Wie lange gibt es Elterngeld?

Wenn Du und der Vater deines Kindes beide eine Auszeit vom Job nehmt, könnt ihr gemeinsam insgesamt 14 Monate lang Elterngeld bekommen. Wie ihr die aufteilt, bleibt euch überlassen, allerdings kann jeder Elternteil die Unterstützung nur für mindestens zwei und höchstens zwölf Monate beantragen. Sprich: Setzt zum Beispiel nur du vom Job aus, bekommst nur du zwölf Monate lang Elterngeld. Wollt ihr die vollen 14 Monate nutzen, muss auch der Vater mindestens zwei Monate mit dem Kind zu Hause bleiben. Diese Regel gilt übrigens auch, wenn ihr getrennt lebt. Wenn du alleinerziehend bist, kannst du die vollen 14 Monate alleine in Anspruch nehmen.

Wie läuft das mit dem Antrag?

Um den Antrag für Elterngeld solltest du dich recht bald nach der Geburt kümmern. Denn es wird höchstens drei Monate rückwirkend ausgezahlt. Unterlagen, die du für den Antrag brauchst, sind die Geburtsurkunde deines Babys, eine Bescheinigung deiner Krankenkasse sowie deines Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld, eine Kopie deines Personalausweises, eine Meldebescheinigung, eine Einkommenserklärung und eventuell eine Vaterschaftsanerkennung. Die Details regelt jedes Bundesland etwas anders. Auf dem Familienportal des Bundes findest du die jeweiligen Anträge. In einigen Bundesländern z. B. in Bayern kannst du deinen Antrag auch online stellen. Unser Tipp: Nutze die letzten Schwangerschaftswochen und fülle deinen Elterngeldantrag bereits jetzt aus. So musst du nach der Geburt nur noch Geburtsurkunde und Co. nachreichen und hast mehr Zeit für dein Baby.

Was ist ElterngeldPlus?

Neben dem hier vorgestellten Modell, dem Basiselterngeld, gibt es seit einigen Jahren auch noch das sogenannte ElterngeldPlus. ElterngeldPlus kannst du insgesamt doppelt so lange bekommen wie Basiselterngeld und auch diese Unterstützung ersetzt zu 65 bis 100 Prozent deines wegfallenden Einkommens. Allerdings liegt die Höhe des ElterngeldPlus dabei bei höchstens der Hälfte des monatlichen Basiselterngeldbetrags. Das heißt, wenn du nach der Geburt nicht arbeitest, ist das ElterngeldPlus nur halb so hoch wie das Basiselterngeld. Sinn macht das Modell vor allem, wenn du schon bald wieder Teilzeit arbeiten willst. Denn durch den Dazuverdienst reduziert sich dein Elterngeldanspruch im Basis-Modell unter Umständen stärker als mit ElterngeldPlus. Außerdem bleibst du durch die längere Laufzeit in Sachen Kinderbetreuung flexibel. Basiselterngeld und ElterngeldPlus lassen sich miteinander kombinieren. Sprich: du kannst zum Beispiel nach der Geburt zunächst das Basiselterngeld bekommen, und, wenn du wieder in den Job willst, auf ElterngeldPlus umsteigen. Das gleiche gilt natürlich auch für den Vater deines Babys. Das besondere beim ElterngeldPlus: Entscheiden ihr euch beide gleichzeitig in Teilzeit zu gehen, erhaltet ihr jeweils vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Voraussetzungen ist, dass eure durchschnittliche Wochenarbeitszeit in diesen vier Monaten bei 25 bis 30 Stunden liegt. Alle Informationen mit Rechenbeispielen und Kombinationsmöglichkeiten der Elterngeld-Modelle gibt es auf der Homepage vom ElterngeldPlus.

Ratgeber: Alles zum Elterngeld pin

Sich durch die ganzen Infos zum Thema Elterngeld zu wühlen, ist gar nicht so einfach. Wir verschaffen dir den Durchblick.

MeinSpatz Gezwitscher

Das Elterngeld soll auch den Papas als Anregung dienen, mit den Kindern zuhause zu bleiben. Wie sich schon eine kurze Elternzeit positiv auf die Beziehung zwischen Vater und Kind auswirkt, kannst du hier nachlesen. 

Andrea Huber

Lebt mit ihren zwei kleinen Kindern und einem großen Kind, das sich ab und zu als Papa tarnt, auf dem Land. Die Jungs-Mama entspannt sich beim Schreiben in der Redaktion, denn zuhause geht es meistens sehr laut, wild und ziemlich lustig zu. Sie motzt gern mal über ihre zwei verrückten Rabauken, aber wehe wenn es ein anderer tut. Dann wird sie zur Löwenmami und brüllt zurück.