Schwanger im Job? Das sind deine Rechte

MITTWOCH, 31.10.2018

Sobald du deine Vorgesetzten offiziell über deine Schwangerschaft informierst, genießt du diesen zusätzlichen gesetzlichen Schutz:

Als werdende Mama hast du im Job besondere Rechte. Das regelt das Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium, kurz: Mutterschutzgesetz oder MuSchG. Es wurde 2017 überarbeitet und enthält seitdem einige Neuerungen. So sind nun erstmals auch Schülerinnen und Studentinnen, die während der Ausbildung schwanger werden, sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und acht Wochen nach der Entbindung von Pflichtveranstaltungen befreit. Für Frauen im Job ist vor allem neu, dass sie bei einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche bis zum Ablauf des vierten Folgemonats nicht mehr gekündigt werden dürfen. 

Kündigungsschutz und gesetzliche Mutterschutzfrist

Verlängert wurden auch die Mutterschutzfristen für behinderte Kinder, auf nunmehr 12 Wochen nach der Entbindung, so wie es bisher schon für Früh- und Mehrlingsgeburten geregelt war. Grundsätzlich gilt: Kommt dein Kind früher als errechnet zur Welt, verlängert sich der gesetzliche Mutterschutz von acht beziehungsweise zwölf Wochen nach der Entbindung um den Zeitraum, der dir vor der Geburt "verloren" ging. Er muss addiert mindestens 14 Wochen betragen. 

Vor dem ärztlich attestierten, voraussichtlichen Geburtstermin beträgt der Mutterschutz sechs Wochen. In dieser Zeit darf dein Arbeitgeber dich nicht mehr beschäftigen, es sei denn, du möchtest ausdrücklich noch länger arbeiten. Nach der Geburt hingegen ist ein vorzeitiger Wiedereinstieg vor Ende der gesetzlichen Mutterschutzfrist verboten.

Gesundheitsschutz-Regelungen im Job

An deinem Arbeitsplatz sind du und dein ungeborenes Kind vor "unverantwortbarer Gefährdung" zu schützen; insbesondere vor erhöhtem Unfallrisiko im Umgang mit Maschinen oder auf Baustellen, vor giftigen Stoffen und radioaktiven Strahlen, vor anstrengender körperlicher Arbeit, vor Hitze, Kälte, Nässe und Erschütterungen. Auch zu langes Stehen gilt als Risikofaktor. Nach der 21. Woche darfst du nicht länger als vier Stunden hintereinander im Stehen arbeiten. Im Personentransport, zum Beispiel als Stewardess oder Busfahrerin, dürfen Schwangere ab dem vierten Monat nicht mehr beschäftigt werden.

Sitzt du viel, darfst du dich häufiger als sonst bewegen, Pausen machen und dich bei Bedarf auch mal hinlegen. Tätigkeiten, die häufiges Beugen und Strecken verlangen, sind für Schwangere im Job genauso tabu wie das Heben von mehr als fünf Kilogramm sowie Fließband- und Akkordarbeit. Auch Nachtschichten, Überstunden und Wochenendarbeit dürfen von dir bis auf Ausnahme etwa bei Jobs im Theater oder in der Gastronomie nicht verlangt werden. 

Finanzielle Ansprüche als werdende Mutter

Bei jedem Beschäftigungsverbot – ob individuell vom Arzt verordnet oder in Zusammenhang mit deinem konkreten Beruf – steht dir Geld vom Arbeitgeber zu. Dieser sogenannte Mutterschutzlohn berechnet sich nach deinem durchschnittlichen Arbeitsentgelt in den drei Kalendermonaten vor Eintritt der Schwangerschaft. Im gesetzlichen Mutterschutz sechs Wochen vor dem Geburtstermin und acht Wochen danach zahlen Arbeitgeber und Krankenkassen dir gemeinsam Mutterschaftsgeld ebenfalls in Höhe des durchschnittlichen Nettoverdienstes. Daran anschließend erhältst du Elterngeld vom Staat (mindestens 300 und maximal 1.800 Euro für die Höchstdauer von 12 Monate, abhängig vom vorherigen Einkommen), falls du Erziehungszeit beantragst. Unabhängig davon hast du einen Rechtsanspruch auf Elternzeit als unbezahlte Freistellung mit Kündigungsschutz bis zum dritten Lebensjahr deines Kindes, also ein Recht auf Rückkehr in den Job im gleichen Umfang. Falls dein Unternehmen mehr als 15 Beschäftigte hat, kannst du auch eine Teilzeit-Regelung einfordern.

Schwanger im Job? Das sind deine Rechte

Nur wer über seine Rechte als Schwangere Bescheid weiß, kann sie im Job auch durchsetzen.

MeinSpatz Gezwitscher

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