Diese Schwangerschaftsuntersuchungen gibt es

MITTWOCH, 25.10.2017

Endlich schwanger! Doch neben der Spannung aufs Baby gibt es jetzt eine ganze Menge Unsicherheit! Geht es meinem Spatz gut? Am liebsten würde man andauernd zum Ultraschall rennen um zu sehen, dass das Herz schlägt und alles in Ordnung ist. Aber wie viele Untersuchungen stehen eigentlich an?  

Ein positiver Schwangerschaftstest – was nun? Tests aus der Drogerie oder der Apotheke zeigen schon nach zwei Wochen eine Schwangerschaft an. Dann heißt es: Termin beim Arzt vereinbaren! Am besten nicht vor der fünften Schwangerschaftswoche – ab dann kann der Frauenarzt mit Hilfe eines Ultraschalls eine Fruchtblase erkennen, ab der 7. Woche sind im Normalfall Herztöne festzustellen. Du wirst ausführlich zu deinem Befinden befragt und bekommst Tipps zu Ernährung, Sport und Co. Außerdem erhältst du jetzt deinen Mutterpass. Darin wird alles Wichtige vermerkt, wie beispielsweise deine Blutgruppe, Impfungen, mögliche Risikofaktoren und der errechnete Geburtstermin. Trage den Mutterpass ab jetzt für den Notfall immer bei dir.

Standarduntersuchungen während der Schwangerschaft

Insgesamt sind etwa zehn Vorsorgetermine während der Schwangerschaft vorgesehen, die anfangs alle vier Wochen, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle 14 Tage anstehen. Übrigens: Viele Untersuchungen kannst du auch von einer Hebamme durchführen lassen. Ist der errechnete Geburtstermin überschritten, musst du alle zwei Tage zur Kontrolle.

Bei den Untersuchungen werden Gewicht, Blutdruck und Urin kontrolliert. Der Frauenarzt schaut außerdem nach dem Stand der Gebärmutter und dem Muttermund. Gegebenenfalls führt er auch eine Krebsvorsorge durch. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel drei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft – neben der ersten Untersuchung zur Bestätigung der Schwangerschaft.

Zu Beginn führt der Arzt außerdem Blutuntersuchungen durch, um unter anderem den Eisenwert zu bestimmen oder auch eine HIV-Infektion auszuschließen. Allerdings werden nicht alle Blutuntersuchungen von den Krankenkassen übernommen, so dass du einige, wie den Test auf Toxomplasmose oder Zytomegalie, selbst zahlen musst.

Wenn bei dir bislang noch kein Diabetes diagnostiziert wurde, wird zwischen der 26. und 28. Schwangerschaftswoche der Zuckerwert bestimmt. Schwangerschaftsdiabetes kann so frühzeitig festgestellt und behandelt werden, damit es für dich und dein Kind nicht zu Komplikationen kommt.

Ab der 34. Schwangerschaftswoche wirst du regelmäßig an den „Wehenschreiber“ angeschlossen. Das Kardiotokogramm (CTG) zeigt sowohl die Herztöne deines Babys als auch die Wehentätigkeit an.

Weitere Schwangerschaftsuntersuchungen – Deine Entscheidung

Es gibt auch Untersuchungen, die nicht zum Standardrepertoire gehören. Beispielsweise die Nackenfaltenmessung zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche. Bei dem speziellen Ultraschallverfahren wird die Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des Fötus gemessen. Hieraus lässt sich eine mögliche Chromosomenabweichung wie beispielsweise Trisomie 21 ablesen. Eine Garantie dafür, ob das Kind mit einer Behinderung geboren wird oder gesund ist, ist das aber nicht. Es besteht bei einem hohen Wert lediglich eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass eine genetische Erkrankung vorliegt.

Eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) wird normalerweise zwischen der 15. und 18. Woche vorgenommen. Dabei saugt der Arzt mit einer Kanüle etwas Fruchtwasser ab, das kindliche Zellen enthält. Daran lassen sich mögliche genetische Erkrankungen erkennen. Im gleichen Zeitraum kannst du auch eine Chorionzottenbiopsie durchführen lassen. Dafür werden Zellen aus der Plazenta entnommen, die ebenfalls Aufschluss über mögliche Erkrankungen geben können. Bist du älter als 35 Jahre? Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine dieser Untersuchungen, falls du sie machen möchtest.

Von der 14. bis zur 16. Woche lassen sich mit der sogenannten „AFP-Bestimmung“, einer Blutuntersuchung, mögliche genetische Veränderungen feststellen. Diese Leistung ist kostenpflichtig. Ebenso wie die Doppler-Ultraschalluntersuchung, die du durchführen lassen solltest, wenn der Verdacht einer Gestose oder Praeklampsie, also einer „Schwangerschaftsvergiftung“ besteht.

Zwischen der 20. und 30. Schwangerschaftswoche hast du die Möglichkeit, einen 3D-Ultraschall machen zu lassen. Allerdings zahlen die Kassen den meist nur dann, wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt. Denn so neugierig du auch auf deinen Nachwuchs bist: Diese Untersuchung dient der frühzeitigen Erkennung beispielsweise von Fehlbildungen oder Organschäden. Wenn du keine Risikoschwangere bist, aber nicht aufs „Babyfernsehen“ verzichten willst, musst du das aus eigener Tasche bezahlen.

Bevor du dich für eine Untersuchung entscheidest, solltest du dir überlegen, welche Konsequenzen du und dein Partner aus einem negativen Befund ziehen würdet. Sprecht auf jeden Fall vorher darüber, ob für euch möglicherweise eine Abtreibung in Frage käme oder ob ihr euer Baby so annehmt, wie es ist.

Terminplan für Untersuchungen in der Schwangerschaft

Wann?

Was?

Kostenpflichtig?

4. bis 8. SSW

Feststellung der Schwangerschaft

nein

4. bis 8. SSW

diverse Blutuntersuchungen bspw. auf Toxoplasmose, Listeriose oder Zytomegalie

ja

8. bis 12. SSW

Vorsorgeuntersuchung mit 1. Ultraschall

nein

11. bis 14. SSW

Nackenfaltenmessung

ja

15. bis 18. SSW

Amniozentese, Choriontottenbiopsie

ja (für Frauen unter 35)

14. bis 16. SSW

Vorsorgeuntersuchung

Nein

14. bis 16. SSW

AFP-Bestimmung

ja

18. bis 22. SSW

Vorsorgeuntersuchung mit 2. Ultraschall

nein

18. bis 22. SSW

Doppler-Ultraschalluntersuchung, 2. Toxoplasmosetest

ja

20. bis 30. SSW

3D-/4D-Ultraschall

ja

26. bis 28. SSW

Vorsorgeuntersuchung

nein

26. bis 28. SSW

Glukose-Toleranztest

ja

28. bis 32. SSW

Vorsorgeuntersuchung mit 3. Ultraschall

nein

34. bis 36. SSW

Vorsorgeuntersuchung mit CTG

nein

36. bis 38. SSW

Untersuchung auf β-Streptokokken

ja

ab 40. SSW alle zwei Tage

Vorsorgeuntersuchung mit CTG

nein

Schwangerschaft Untersuchungen pin

Du wirst in der Schwangerschaft eine Menge Zeit beim Arzt verbringen. Diese Untersuchungen gibt es.

Das sagt die Redaktion

Eine Kollegin aus der Redaktion hat sich bewusst gegen eine Nackenfaltenmessung entschieden. Ihr und ihrem Partner war klar, dass ein negatives Ergebnis nichts an der Entscheidung ändern würde, das Kind auszutragen. Beide wollten nicht, dass ein Ergebnis, das nur einen Richtwert darstellt, die Schwangerschaft negativ beeinflusst.