Unglaublich! Ich spüre mein Baby zum ersten Mal

MITTWOCH, 28.02.2018

Mein Baby-Bauch wächst und wächst. Langsam werde ich ungeduldig: Wann macht sich unsere kleine Bohne bemerkbar? Und da, plötzlich ...

Ich bin in der 14. Schwangerschaftswoche und warte jeden Tag auf die ersten Bewegungen unseres Babys. Mein Mann hat es Bohne genannt. Wir wissen noch nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, aber die Form des Embryos auf dem letzten Ultraschall ging eindeutig in Richtung dicke, kleine Bohne. Das Herz schlägt, unser Kind scheint ganz gesund zu sein und völlig normal entwickelt. Mir geht es gut, meine Schwangerschaft ist bis jetzt wirklich unkompliziert. Ich könnte mich also entspannt zurücklehnen, Babynamen aussuchen und die letzten Monate der Zweisamkeit mit meinem Mann genießen. Leichter gesagt als getan.

Wann bewegt sich das Baby? Ich bin so ungeduldig!

Natürlich habe ich schon nachgelesen. Ich weiß, wie sich die ersten Bewegungen anfühlen sollen. Wie der zarte Flügelschlag eines Schmetterlings, kleine Blubberblasen oder winzige Fischchen, die an der Bauchdecke knabbern. Ich weiß auch, dass es in der 14. SSW noch ziemlich unwahrscheinlich ist, die Bewegungen wahrzunehmen, gerade in der ersten Schwangerschaft. Manche Frauen spüren ihr Baby erst in der 20. SSW oder später. Aber so lange noch warten? Puh, der Gedanke gefällt mir gar nicht. Ich stöbere weiter und stoße auf den Artikel einer Hebamme im Netz. Sie empfiehlt ungeduldigen Schwangeren, bewusst Kontakt zu ihrem Kind aufzunehmen. Dazu soll ich mich auf den Rücken legen, mich entspannen und ruhig ein- und ausatmen. Dabei ruht meine Hand auf meinem Unterbauch. Jetzt soll ich mir mein Baby ganz intensiv vorstellen und eine geistige Verbindung herstellen. Keine Erwartungen, keine unbewusste Forderung aussenden, nur das Glück genießen. Und siehe da, es passiert: nichts.

Mein Baby kitzelt mich

Also wiederhole ich das Ritual drei Tage lang, jeden Abend auf der Couch. Immer noch kein Blubbern. Ich bin frustriert, obwohl ich weiß, dass alles völlig in Ordnung ist. Mein Mann findet mich „hormonig“, das macht es nicht besser. Ich verlasse die Couch, trotzig und traurig, und verziehe mich in die Badewanne. Das warme Wasser tut mir gut, ich entspanne mich und vergesse für einen Moment meine Erwartungen. Dann eben nicht, ist doch egal wenn … MOMENT … WAS WAR DAS? Da, es ist wieder da! Ich drehe den Wasserhahn zu, weil ich die alberne Angst habe, dass es zu laut ist oder ich mich getäuscht habe. Kann man besser spüren, wenn es leise ist? Doch ja! Da ist es wieder! Es kitzelt! Es kitzelt ganz eindeutig in meinem Bauch. Beim vierten Mal weiß ich es ganz sicher. Mein Baby! Das ist mein Baby! Es bewegt sich und ich kann es spüren. Ich bin ganz leise und atme ganz ruhig, um ja keine kleinste Bewegung zu verpassen. Es fühlt sich an, als würden winzig kleine Mineralwasserperlen an meiner Bauchdecke nach oben streichen. Unglaublich!

Ich spüre unser Baby immer deutlicher

Die ersten spürbaren Bewegungen haben meine Schwangerschaft noch realer gemacht. Seit dem Abend in der Badewanne meldet sich unsere Bohne immer häufiger. Vor allem abends, wenn ich die Tipps der Hebamme befolge, mich ruhig auf die Couch lege und ganz fest an das Wesen in meinem Bauch denke. Ich bin jetzt in der 17. SSW und spüre die Bewegungen ganz deutlich. Manchmal kitzelt es so lustig, dass ich schmunzeln muss. Ich merke, wie mich diese Bewegungen meinem Kind immer näherbringen und finde es so schade, dass mein Mann das nicht erleben kann. Aber bald. Bald wird unser Baby die ersten Kicks verteilen und dann auch Kontakt mit seinem Papi außerhalb des Bauches aufnehmen. Und ich werde schon wieder ein wenig ungeduldig ...

Ich spüre mein Baby zum ersten Mal - Kindsbewegungen pin

Wie ist es, die Kindsbewegungen das erste Mal zu spüren? Für unsere Autorin war es ein magischer Moment.

MeinSpatz Gezwitscher

Eine Redakteurin von MeinSpatz hatte ein ähnliches Erlebnis. Sie hat ihr Baby auch das erste Mal in einer Situation gespürt, in der sie sich wohl gefühlt hat – ganz unerwartet. In der Yogastunde. Bei Shavasana – der Schlussentspannung. Man liegt auf dem Rücken, die Beine leicht geöffnet, die Handflächen zeigen nach oben. Und plötzlich hat sich das kleine Würmchen gemeldet. Ganz sacht hat es sich bemerkbar gemacht. Wahnsinn. Und das ausgerechnet in Shavasana, der Totenhaltung. Sie heißt deshalb so, weil man dabei ganz ruhig liegen soll. Der Atem wird flach. Man ist raus aus dieser Aktivität, die man als moderner Mensch ja irgendwie permanent mit sich herumträgt. Und in diesem Moment des Nichtstuns und des Nichtdenkens war die erste Begegnung möglich. Ein unvergesslicher Moment.