Wie wirkt Musik auf das ungeborene Baby?

MITTWOCH, 19.09.2018

Kopfhörer um den Babybauch? Was dein Spatz im Mutterleib von Musik mitbekommt und wie Mediziner Sinn und Gefahr von Klassik und Rockmusik einschätzen.

Du ertappst dich dabei, wie du deinem Baby Melodien vorsummst, Lieder vorsingst und dabei sanft über den Bauch streichelst? Dann mach unbedingt weiter damit, denn ab der 16. SSW beginnt dein Kind zu hören. Ab der 21. SSW sind die Ohren deines heranwachsenden Babys ausgereift. Seine Gehirnentwicklung wird ab diesem Moment davon geprägt, was es an Geräuschen im Mutterleib wahrnimmt. Durch das Fruchtwasser gedämpft, gelangen Töne und Rhythmen zu ihm: das Gurgeln deiner Organe, das Rauschen deines Blutkreislaufs, dein Herzschlag, deine Stimme. Falls du ihm etwas vorsingst, hört es das also schon und baut in diesem Moment seine emotionale Bindung zu dir aus.

Erst Mama, dann eine Weile nichts

Außengeräusche wie fremde Stimmen und Musik dringen ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel, etwa um die 27. Woche, zu deinem Baby durch, vor allem Rhythmen und tiefe Töne. Mediziner haben nachgewiesen, dass bestimmte Klänge beruhigend auf das Neugeborene wirken. Vor allem klassische Musik, insbesondere die von Mozart, die häufig im Tempo von Babys Herzschlag gespielt wird, entspannen Babys im Mutterleib. Dass sich Klassik-CDs für Ungeborene aber tatsächlich förderlich auf die Lernfähigkeit auswirken, und aus frühen Mozart-Hörern spätere Mathe-Genies werden, dafür steht der wissenschaftliche Beleg bislang noch aus. Willst du aber dir und deinem Kind ein wenig Entspannung gönnen, dann leg dich auf die Couch und hört gemeinsam ein wenig klassische Musik. Mittlerweile gibt es viele CDs, die extra auf die Bedürfnisse werdender Mütter ausgelegt sind.

Grundsatzregel: Was dir guttut, tut auch deinem Baby gut

Mediziner empfehlen im Grunde jede Art von Musik für Schwangere, allerdings in Maßen. Weder viele Stunden Musikbeschallung hintereinander noch direkte Klangeinwirkung auf den Babybauch oder vaginal per mp3-Player im Unterleib sind sinnvoll. Ja, es gibt extra für die Vagina designte Sound-Gadgets, wie etwa den Babypod. Dauerbeschallung egal welcher Art kann aber im Extremfall sogar das Gegenteil bewirken und dich und dein Baby aufregen und im allerschlimmsten Fall eine Frühgeburt  auslösen. Und der Kopfhörer auf dem Bauch ist auch nicht unbedingt sinnvoll. Wenn du aber zum Konzert deiner Lieblingsband gehen willst, spricht nichts dagegen, solange du dich nicht direkt vor die Lautsprecher stellst. Gönne dir und deinem ungeborenen Kind hinterher einfach wieder etwas Ruhe und du wirst merken, auch Babys begeistertes Mitschunkeln lässt wieder nach. Denn ja, auf laute Musik und durchdringende Bässe reagieren viele Babys mit kleinen Kicks und ersten Boxbewegungen. 

Erhöhte Lärmempfindlichkeit schützt Schwangere von Natur aus

Sehr schnelle und sehr laute Klänge, egal ob von Richard Wagner oder einer Heavy-Metal-Band, regen einige Babys nicht an, sondern regelrecht auf. Dauert dieser Zustand länger, geraten sie in Stress. Normalerweise spürt die werdende Mutter diese innere Unruhe und stellt die Ursachen von ganz allein ab. Dafür sorgt auch die erhöhte Lärmempfindlichkeit, die im letzten Schwangerschaftsdrittel mit Schlafschwierigkeiten einhergeht.

Im letzten Schwangerschaftsmonat merken sich Babys Musik

Ab der 37. Schwangerschaftswoche nimmt dein Baby schon den gesamten Tonumfang im Mutterleib wahr. Es erinnert sich in den ersten Monaten nach der Geburt an einfache Kinderlieder, die ihm vor der Entbindung häufig vorgesungen oder vorgespielt wurden. Das haben skandinavische Forscher durch vergleichende Gehirnströme-Messungen bei Neugeborenen nachgewiesen, die im Mutterleib in unterschiedlichem Maße Musik zu hören bekamen. Da kann es auch Sinn machen, die Spieluhr im letzten drittel der Schwangerschaft schon anzuschaffen und des Öfteren abzuspielen. Zusammen mit dem Klang von Mamas und Papas Stimme hat das musikverwöhnte Baby damit schon einen vertrauten Sound mehr, auf den es sich gleich nach seiner Geburt verlassen kann. Singst du oder ihr dann wieder das bekannte Schlaflied vor oder lasst die Spieluhr laufen, spürt es genau, dass alles wie immer und damit in bester Ordnung ist.  

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Macht es Sinn das Baby von Anfang an mit Musik zu beschallen? Und: Muss es wirklich Mozart sein?

MeinSpatz Gezwitscher

Auch später noch reagiert dein Baby auf Geräusche, die denen im Mutterleib ähneln. Das Rauschen eines Föhns zum Beispiel klingt ähnlich wie das Rauschen in Mamis Bauch. Oft beruhigen sich die Kleinen schnell, wenn Mami und Papi Staubsauger und Co. anschalten. Damit du nicht immer gleich alle Haushaltsgeräte anschleppen musst, gibt es für dieses "Weiße Rauschen" viele hilfreiche Apps, die du dir aufs Handy laden kannst und bei Bedarf einfach abspielst.

Und falls dir nicht gleich alle Texte von Gute-Nacht-Liedern wieder einfallen, hier schafft unser FRITZ DER SPATZ Abhilfe.