High Need-Baby – Folge 1: Herausforderungen und Erfahrungen

DIENSTAG, 18.09.2018

In der ersten Folge erzählt uns Darleen, welche Erfahrungen sie mit ihrem High-Need-Baby gemacht hat. Und warum sie erst sehr spät erfahren hat, dass Levian überhaupt eines ist.

Das erste Babyjahr ist für keine Familie einfach. Physisch und auch psychisch kommt man als Mama da schon mal an seine Grenzen. Aber wie ist das eigentlich, wenn das Baby noch dazu sehr fordernd ist? Darleen Besmann kennt sich aus mit dem Begriff „High Need-Baby“, denn sie hat selbst eines.

Die 26-Jährige ist Gründerin des YouTube Kanals „MultiMOMs“. Hier geht es um das Thema Mamasein und darum, Erfahrungen zu teilen. In den nächsten 4 Folgen nimmt Darleen uns mit in ihr Leben mit High-Need Baby. Sie erzählt ganz persönlich, wie sie diese Zeit erlebt hat. Und sie gibt hier auf MeinSpatz zu jeder Folge ihren ultimativen MultiMOMs Tipp. Außerdem beantwortet die 2-fache Mama alle wichtigen Fragen rund um das Thema: Wie genau erkenne ich ein High-Need Baby? Was kann ich tun? Wo finde ich Hilfe?

In ihrem ersten Video teilt sie ihre persönlichen Erfahrungen zu dem Thema mit uns. Erst mit 1,5 Jahren, hat sie erfahren, dass Levian ein High Need Baby ist. Der Begriff ist noch nicht wirklich geläufig in unserer Gesellschaft. Und so werden Mamas die angeblich ein „schwieriges“ Baby haben oft nur belächelt. Oder man unterstellt ihnen sogar, dass sie mit ihrem Kind etwas falsch machen. Darleen ist es sehr wichtig, dass hier ein Umdenken stattfindet. Deshalb möchte sie auch Aufklärungsarbeit leisten. Und um mehr Toleranz für Mamas mit High Need Babys werben.

Darleen erzählt im Video, wie es sich bei Levian auswirkt, dass er besondere Bedürfnisse hat und sehr fordernd ist. Aber sie hat auch eine positive Botschaft: Ein HNB ist kein Grund zum Verzweifeln. Man muss sich vor allem selber eingestehen, dass man es alleine nicht schaffen kann und viel Unterstützung braucht. Und diese dann auch annehmen.  

Der ultimative MultiMOMs Tipp

„Mache eine Pause. Gib dein Baby nach einem harten und schreireichen Tag kurz an Oma oder Papa ab und gönn dir eine halbe Stunde „schreifreie Zeit". D. h. gehe aus „Schreireichweite“, damit du wieder auftanken kannst und der Tinitus wieder abklingt. :P 

Es bringt mit einem HNB nichts, die Starke zu spielen. Man wird früher oder später an seine Grenzen kommen und deshalb ist es existenziell wichtig auch mal abzuschalten und vor allem auch um Hilfe zu bitten!“

Interview

Und zum Kennenlernen – ein Interview mit Darleen.

Erzähl uns doch kurz etwas über deine beiden Kinder.

Kurz. Uff…wahrscheinlich eine Herausforderung für jede Mama, die verliebt und stolz auf ihre Kinder ist. :P Levian (3), mein Ältester, war ein absolutes Wunschkind, was wahrscheinlich gut war, da er mich als High Need Baby oft an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Ich erkenne aber auch viel von mir selbst in ihm….vor allem seinen starken Willen und seine Neugier. Es ist jetzt zwar manchmal sauanstrengend, aber wenn er erwachsen ist, wird ihm das bestimmt zu Gute kommen :P

Josua (1) ist ein „typisches“ zweites Kind. Sehr gemütlich und genügsam, selten schlecht drauf….worüber ich unglaublich dankbar bin, denn zwei von der Sorte „High Need-Baby" hätte ich wahrscheinlich nervlich nicht mehr gepackt! :P Aber Charakter hat er definitiv auch – das kommt immer mal wieder deutlich zum Vorschein und er zeigt auch Levian schon ganz genau, was er sich gefallen lässt und was nicht. :D

Im Großen und Ganzen würde ich also sagen, dass wir da zwei ganz tolle Jungs hinbekommen haben!

Du trittst genauso wie MeinSpatz dafür ein, dass Mamas sich mehr gegenseitig unterstützen sollen. Warum?

Ehrlich gesagt, habe ich mich früher oft selbst erwischt wie ich Mamas, die ihr Leben anders organisieren und gestalten, als ich es tun würde, innerlich verurteilt habe. Jetzt wo ich schon einige Zeit selbst Mutter bin, weiß ich wie herausfordernd diese Aufgabe sein kann und da jedes Kind und jede Familie anders tickt und jeder seinen eigenen Background hat, der eben zu den Entscheidungen führt, die jede Mama für sich selbst und ihre Familie treffen muss, wird mir immer mehr bewusst, dass sich niemand wirklich in die eigene Situation hineinversetzen kann und daher auch nicht das Rech hat, über die Lebensentscheidungen, die eine Mama tagtäglich treffen muss, zu urteilen. Als Mama muss man sich schon genügend Herausforderungen stellen und wird auch im persönlichen Umfeld (ich sage nur Schwiegermütter) oft auf Kritik stoßen. Deshalb sollten gerade Mamas untereinander gnädiger miteinander sein und sich doch lieber unterstützen, anstatt sich ständig zu kritisieren und bloßzustellen. Niemand (und vor allem nicht unsere Kinder!) hat etwas davon, wenn die Mamas am Ende des Tages total fertig, ratlos, traurig und frustriert sind. Und wenn ich möchte, dass jemand meine eigenen Entscheidungen bezüglich meiner Kinder und Familie akzeptiert, dann muss ich auch damit anfangen dieselbe Toleranz bei anderen an den Tag zu legen! Ganz logisch eigentlich :)

Seit wann bist du bei YouTube aktiv? Ist das dein Job oder ein Hobby?

Wir haben uns im März letzten Jahres entschieden, regelmäßig für YouTube Videos zu produzieren und laden seitdem wöchentlich ein Video hoch. Ziel dahinter ist auf lange Sicht schon, sich dadurch vielleicht ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen, da es sich gut mit meinen beruflichen Zielen vereinbaren lässt und viele meiner Leidenschaften vereint. Offiziell befinde ich mich ja noch in Elternzeit, aber vom Arbeitsaufwand, würde ich es schon als Nebenjob (wenn auch bislang einer mit mieser Bezahlung :P) einstufen. Von daher würde ich wahrscheinlich sagen, YouTube ist ein bisschen von beidem: Selbstständigkeit im Aufbau und leidenschaftliches Hobby. Mal sehen wie wir und der Kanal uns weiterentwickeln.

Social Media: Fluch oder Segen?

Wie viel Zeit habt ihr für eine Antwort? :P

Über dieses Thema kann man bestimmt ewig philosophieren und diskutieren, aber ich würde sagen, dass ich prinzipiell schon pro Social Media bin. Natürlich stehen die Sozialen Medien oft stark in der Kritik, aber sie bergen auch ein Wahnsinns-Potenzial! Selten bekommt man so viel Mut, Unterstützung und Feedback für seine Arbeit und hat die Möglichkeit so viele Leute zu erreichen! Mit fast 6000 Abonnenten gehöre ich zwar noch zu den Micro-YouTubern, aber wenn ich mir vorstelle, die würden alle in meinem Wohnzimmer stehen, sieht die Sache schon ein bisschen anders aus! Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und wenn ich auch nur ein paar von ihnen mit meinen Erfahrungen Mut machen, einen Denkanstoß geben oder auch nur zum Lachen bringen kann, dann ist es das definitiv wert!

Meine Devise ist: Alles in Maßen. Auch Social Media. Und das sowohl als Produzent als auch als Konsument!

Warum liegt dir das Thema „High Need-Baby“ am Herzen?

Hauptsächlich darum, weil ich selbst erst herausgefunden habe, dass Levian ein High Need- Baby war, als wir das „Schlimmste“ schon überstanden hatten. In der Zeit als ich nervlich am Ende war und nur noch heulend, nach 4h mit einem schreienden Baby, auf dem Gymnastikball saß und mich gefragt habe, warum ich mein Baby nicht verstehe und ihm nicht helfen kann und ob ich als Mama einfach nicht tauglich bin, hätte ich mir gewünscht zu wissen, dass es nicht meine Schuld ist und dass es meinem Baby gut geht und er nur ein paar mehr Bedürfnisse hat, als andere Babys. Ich hätte mir gewünscht zu wissen, als all die Besserwisser kamen und mir erzählt haben, dass ich mein Baby nicht mein Leben diktieren lassen soll, dass ich es nicht ständig tragen soll und dass ein Baby auch lernen muss, sich selbst beruhigen zu können. Oder als ich belächelt wurde, wenn ich erzählte, dass ich überfordert und übermüdet bin und zuhause rein gar nichts gebacken bekomme und nur zu hören bekam, dass „Babys am Anfang nun mal anstrengend sind – das hätte man ja schon im Vorhinein wissen können…“

Manche Kinder sind eben deutlich anstrengender als andere und wer das nicht selbst erlebt hat, kann sich das schwer vorstellen. Deshalb möchte ich anderen Mamas mit High Need-Baby sagen, dass sie nicht allein sind und dass sie sich das alles nicht nur einbilden und dass sie nicht einfach nur unfähig als Mutter sind. Und dass es besser wird. Ehrlich!

Was ist für dich das Schönste am Mamasein?

Ich liebe es, meine Kinder dabei beobachten zu können wie sie täglich neue Dinge lernen und sich weiterentwickeln. Ich liebe es, sie dabei zu unterstützen und anzuleiten, ihren Charakter in eine gute Richtung zu lenken und ihnen zu helfen, ihre Gefühle und Ängste zu verstehen und aus ihnen zu lernen.

Aber, wenn Levian dann zu mir gelaufen kommt, um mich zu umarmen, mir einen Kuss zu geben und mir zu sagen wie lieb er mich hat oder wenn Baby Josua einfach seinen Kopf an meine Schulter lehnt und einen tiefen Seufzer ausstößt, dann schmilzt einfach mein Herz und so kitschig es klingt: Dann ist alles andere – all die Sorgen, der Stress, die Trotzanfälle und der schmutzige Küchenboden vollkommen egal!

In unserer neuen VIDEO-Serie erzählt uns Darleen von MultiMOMs, wie man erkennt, dass man ein High Need-Baby hat, was man tun kann und wie das bei ihr selbst und ihrem Sohn Levian abgelaufen ist.

MeinSpatz Gezwitscher

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Darleen ist Mama aus Leidenschaft. In ihrem YouTube Kanal MultiMOMs geht es vor allem um Erfahrungswerte rund ums Elterndasein: Spielideen, Rezepte, Erziehungstricks und vieles mehr.